Trotz Rekordsteuereinnahmen werden die gesetzlichen Krankenkassen ihre Beiträge anheben. Eine halben Milliarde Euro soll das Defizit bei den Kassen im ersten Halbjahr bereits betragen. Jetzt drohen Beitragserhöhungen auf breiter Front.

Massiver Anstieg der Beiträge bei den Krankenkassen (Bild: metropolico.org)
Massiver Anstieg der Krankenkassen-Beiträge (Bild: metropolico.org)

Bereits Mitte März warnten Gesundheitsexperten vor einem massiven Ansteigen der gesetzlichen Krankenkassenbeiträge. Dies scheint sich nun zu bewahrheiten. Die gesetzlich Krankenversicherten müssen 2016 mit höheren Beiträgen rechnen, da die Defizite der Kassen deutlich zunehmen.

Die Krankenkassen haben laut dem Handelsblatt im ersten Halbjahr ein Minus von fast einer halben Milliarde Euro erwirtschaftet. Laut der Bundesregierung gehe man gemäß einer Prognose von einem neuerlichen Anstieg der Beiträge aus. Im Finanzplan von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für 2016 sei so bereits „eine Steigerung des durchschnittlichen Zusatzbeitrags bei der gesetzlichen Krankenversicherung berücksichtigt“.

Die Regierung hätte demnach bislang gehofft, dass die Beiträge stabil bleiben können. Jetzt scheint nur noch die Höhe des Anstiegs unklar zu sein, jedoch erwarten Gesundheitsexperten einen Anstieg um bis zu 0,3 Prozentpunkte für das kommende Jahr. Momentan liege der Durchschnittsbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen bei 15,5 Prozent.

Weiter wird berichtet, dass das größte neue Defizit die Innungskrankenkassen binnen Jahresfrist erreicht, die ihr Minus auf 118 Millionen Euro nahezu verdoppelten. Mit rund 100 Millionen Euro schnitten die Betriebskrankenkassen ähnlich ab. Hingegen sei bei den Ersatzkassen der Fehlbetrag geschrumpft, betrage aber immer noch 191 Millionen Euro. Ein Defizit von 110 Millionen Euro verzeichneten die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK). (BS)