Düsseldorf: Zuwanderung sei eine „zivilisatorische Notwendigkeit“, wenn Deutschland im Jahr 2030 nicht „arm, alt und weiblich“ sein will. Das sagte die städtische Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch (Grüne) am Donnerstag bei einem Bürgerforum im Stadtteil Unterrath.

Bezirksbürgermeister Thomas moderierte die Veranstaltung, links Miriam Koch (Bild: metropolico.org)
Bezirksbürgermeister Ralf Thomas moderierte die Veranstaltung, links Miriam Koch (Bild: metropolico.org)

Zweck der Veranstaltung war es, die Anwohner im Stadtbezirk 6 über Maßnahmen zur Unterbringung von Asylbewerbern zu informieren. Miriam Koch verdeutlichte gleich zu Beginn ihrer rund 15-minütigen Rede, dass „die Flüchtlinge weiter kommen werden“. Auch das „Dichtmachen von Grenzen“ und Bestimmen neuer sicherer Herkunftsländer werde daran nichts ändern, so Koch. Sie gehe davon aus, dass die Asylbewerberzahlen in den nächsten vier Jahren „nicht wesentlich sinken werden“. 50 bis 60 Prozent der Asylsuchenden werden bleiben „und neue Bürgerinnen und Bürger werden“, sagte die Flüchtlingsbeauftragte.

Bei den rund 120 Anwohnern, darunter auch Bezirksbürgermeister Ralf Thomas (SPD), im Pfarrsaal der Kirche St. Maria unter dem Kreuze in Unterrath blieben Kochs Aussagen unwidersprochen. Kritik an der immer größeren Anzahl der nach Düsseldorf strömenden Asylbewerber gab es keine. Lediglich eine Anwohnerin beklagte, dass vor dem als städtische Erstaufnahmestelle genutzten ehemaligen Finanzamt in der Roßstraße junge Mädchen von Asylsuchenden belästigt würden. Die überwiegende Mehrheit der Anwohner jedoch bedachte Miriam Kochs Ausführungen mit Beifall. Eine Anwohnerin schlug vor, zum Zeichen der „Willkommenskultur“ ein Nachbarschaftsfest für die Asylbewerber zu organisieren.

Düsseldorf muss bis zum Jahresende rund 6.000 Asylbewerber unterbringen und versorgen. Nach den am Mittwoch vom Bundesinnenministerium bekanntgegebenen neuen Prognosen wird erwartet, dass die Zahl in Kürze in Richtung 8.000 erhöht wird. Im Juli stellten Albaner die größte Gruppe der Asylsuchenden. (PH)

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