Die Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) hat am Mittwoch erstmals ein Video ausschließlich in deutscher Sprache veröffentlicht. Darin zeigen die Jihadisten die Hinrichtung von zwei Männern, rufen Muslime in Deutschland zum Mord an „Ungläubigen“ auf und drohen Kanzlerin Angela Merkel.

Mohamed Mahmoud (l.) und der deutsche Jihadist Abu Omar al-Almani bei der Hinrichtung von zwei Männern (Bild: Screenshot YouTube)
Mohamed Mahmoud (l.) und der deutsche Jihadist Abu Omar al-Almani bei der Hinrichtung von zwei Männern (Bild: Screenshot YouTube)

In einem neuen Propagandavideo der Terror-Organisation Islamischer Staat (IS) wurden am Mittwoch Anschläge in Deutschland und Österreich angekündigt. Es ist das erste ausschließlich deutschsprachige Video dieser Art. Das auf YouTube veröffentlichte Video zeigt laut übereinstimmenden Medienberichten mehrere Jihadisten aus Deutschland und Österreich, darunter auch der aus Wien stammende Mohamed Mahmoud alias Abu Usamah al-Gharib. Mahmoud ruft Muslime darin auf, sich dem IS anzuschließen oder Terror-Anschläge in ihren Heimatländern zu verüben: „Meine Geschwister, entweder schließt ihr euch hier den Mudschaheddin an oder ihr führt den Jihad in Deutschland und Österreich durch“, so seine Forderung. „Du brauchst nicht viel. Nimm ein großes Messer und schlachte jeden Kafir! Sie sind wie Hunde!“

Auch droht er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU): „Oh Merkel, du schmutzige Hündin: Wir werden uns rächen für die Beschimpfung des Propheten. Wir werden uns rächen für das Blut, das ihr vergossen habt von den Muslimen in Afghanistan. Wir werden uns rächen für die Waffenlieferung an die Abtrünnigen hier im Islamischen Staat. Unsere Rache wird bei euch vor Ort sein!“ Ein deutscher Jihadist namens Abu Omar al-Almani ruft in dem Video ebenfalls Muslime auf, Attentate in Deutschland zu begehen: „Greift die Kuffar an, in ihren eigenen Häusern! Tötet sie dort, wo ihr sie findet!“ In der letzten Szene des knapp fünfminütigen Videos werden zwei gefesselte und am Boden kniende Männer von Mahmoud und al-Almani mit Sturmgewehren erschossen.

Mohamed Mahmoud saß wegen Unterstützung der Terror-Organisation al-Qaida vier Jahre in Österreich in Haft. Später lebte er in Berlin. Anfang 2012 trat er in Solingen als Anführer der inzwischen verbotenen Salafisten-Organisation Millatu Ibrahim in Erscheinung. Um einer vom hessischen Innenministerium veranlassten Abschiebung zuvorzukommen, verließ er die Bundesrepublik im April 2012. (PH)

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