Düsseldorf: Allein in dieser Woche sind über 150 weitere Asylbewerber in die Landeshauptstadt gekommen. In Ermangelung anderer Möglichkeiten werden die Asylsuchenden ab Montag in Turnhallen in den Stadtteilen Unterrath und Unterbilk untergebracht. In der Stadt leben derzeit rund 3.250 Asylbewerber.

Auch diese Turnhalle einer ehemaligen Schule im Stadtteil Unterrath soll ab Montag mit Asylbewerbern belegt werden (Bild: metropolico.org)
Auch diese Turnhalle einer ehemaligen Schule im Stadtteil Unterrath soll ab Montag mit Asylbewerbern belegt werden (Bild: metropolico.org)

Wie die Stadt am Mittwoch mitgeteilt hat, haben deutlich gestiegene Zuweisungen von Asylbewerbern durch die Bezirksregierung dazu geführt, dass in Düsseldorf ab nächster Woche weitere „Notlösungen“ zur Unterbringung der Asylbewerber ergriffen werden müssen: Die Turnhallen eines Berufskollegs im Stadtteil Unterbilk und einer ehemaligen Schule in Unterrath werden deshalb für die kurzfristige Belegung mit Asylbewerbern hergerichtet. Nach derzeitigem Stand der Dinge werden die Asylsuchenden ab Montag in den beiden Turnhallen untergebracht.

Alleine in dieser Woche sind über 150 weitere Asylbewerber nach Düsseldorf gekommen. Die Stadt ist nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel verpflichtet, Asylbewerber aufzunehmen und unterzubringen. Derzeit leben rund 3.250 Asylbewerber in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Bis Ende des Jahres sollen es laut einer Prognose der Stadt rund 5.000 sein. In dieser Prognose sind die gegenwärtig dramatisch steigenden Ankünfte von Asylsuchenden jedoch noch nicht berücksichtigt. Der Anteil minderjähriger Personen bei den in Düsseldorf lebenden Asylbewerbern liegt bei 38 Prozent.

Stadt widerspricht sich selber

Zur Herkunft der Asylbewerber macht die Stadt Düsseldorf auf ihrer Internet-Seite folgende Angaben: „Derzeit kommen die Flüchtlinge hauptsächlich aus Syrien, Serbien, Mazedonien, Albanien und dem Kosovo. Aber auch im geringeren Maße aus dem Irak und Afghanistan sowie aus zentralafrikanischen Staaten wie Nigeria und Guinea. Sie fliehen vor Krieg oder Verfolgung und fürchten dort um ihr Leben.“ Mit dieser Auskunft widerspricht sich die Stadt selber, denn bei den darin genannten Balkanstaaten handelt es sich in Wahrheit um sichere Herkunftsländer. Die Anerkennungsquote liegt bei Asylbewerbern vom Balkan zwischen 0,1 und 0,2 Prozent. (PH)

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