Bochum: Nachdem „Pirat“ Andre Kasper ihm vorgeworfen hatte, einem Fan-Club anzugehören, der an den Hooligan-Krawallen in Köln beteiligt gewesen sein soll, wurde Christian Krampitz (AfD) nicht in den Sportausschuss der Stadt berufen. Krampitz widerspricht den Vorwürfen. Die AfD forderte Kasper am Montag auf, seine Vorwürfe „belastbar darzulegen“.

Christian Krampitz (Bild: AfD Bochum)
Christian Krampitz (Bild: AfD Bochum)

Am Donnerstag kam es in Sitzung des Bochumer Stadtrates bei den Wahlen zur Neubesetzung des Sportausschusses zu einem Eklat. Die AfD-Fraktion hatte zur Neubesetzung dieses sowie anderer Ausschüsse einen Antrag eingereicht, der unter anderem beinhaltete, deren Neu-Mitglied Christian Krampitz als sachkundigen Bürger in den Sportausschuss zu bestellen. Wie metropolico berichtete, hatte sich der Bezirksvertreter Christian Krampitz Mitte Juni der AfD angeschlossen. Krampitz ist ehemaliges SPD-Mitglied.

Üblicherweise gehört es im Rat der Stadt zu den Gepflogenheiten zwischen den Fraktionen und Ratsmitgliedern, die Benennung der Kandidaten nicht zu kommentieren und dieser zuzustimmen. Zum Antrag der AfD ergriff jedoch Andre Kasper das Wort. Kasper, Ratsmitglied und Einzelvertreter der „Piratenpartei“, warf Krampitz vor, durch seine Mitgliedschaft in einem Fan-Club namens „Bochumer Brigade“ der „rechten Szene“ nahezustehen. Dieser Fan-Club habe angeblich an gewalttätigen Ausschreitungen teilgenommen, unter anderem denen der Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa) am 26. Oktober 2014 in Köln, so Kaspers Behauptung. Daraufhin entschied sich der Rat mehrheitlich gegen die Benennung von Christian Krampitz.

Als SPD-Mitglied hatte der Fußball-Fan keine Probleme

Am Freitag legte Christian Krampitz eine schriftliche Erklärung vor, in der er sich gegen die Vorwürfe zur Wehr setzt. In der metropolico vorliegenden Erklärung legt Krampitz dar, dass er einfaches Mitglied des besagten Fan-Clubs sei, gegen diesen aber weder von Seiten des VfL Bochum noch von der Polizei etwas vorliege. Der Club habe in seiner Satzung festgelegt, sich politisch, konfessionell und kulturell neutral zu verhalten und sich von jeglicher Art von Gewalt zu distanzieren. Auch achte der Club sehr darauf, Personen fernzuhalten, „die mit dem Zweck des Fan-Clubs nicht vereinbar sind“. Darüber hinaus versicherte Krampitz, weder selbst straffällig geworden zu sein noch an einer HoGeSa- oder Pegida-Kundgebung oder „ähnlichen Demonstrationen“ teilgenommen zu haben.

Die Bochumer AfD wiederum verweist darauf, bei der Aufnahme von Christian Krampitz „eine standardmäßige Personenüberprüfung“ durchgeführt zu haben, die aber „ohne Auffälligkeiten blieb“. Als ehemaliges SPD-Mitglied war Krampitz Anfang letzten Jahres auch dort überprüft worden. Laut einer der AfD vorliegenden Korrespondenz war der SPD schon bei der Kandidatenaufstellung zur Kommunalwahl 2014 bekannt, dass Krampitz Mitglied des Fan-Clubs war. Ebenso wie die AfD sah die SPD darin bislang aber kein Problem. Andre Kasper wurde am Montag von der AfD-Fraktion schriftlich aufgefordert, seine Vorwürfe „genau zu spezifizieren und belastbar darzulegen“. (PH)