Schlaglicht: Es war einmal ein kleines Land mitten in Europa, in dem alte Menschen mit eiserner Hand regierten. So lange, bis ihnen das Volk davonlief. Ein paar von den Alten blieben sitzen. Es war nicht alles schlecht. Und: Was früher gut war, kann heute nicht verkehrt sein, oder?  

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In der „Kleenen Deutschen Demokratschen“ (Bild: metropolico.org)

Fragte schon Manfred Stolpe. Der Mann, der erst für die evangelische Kirche und dann ganz in eigener Sache das Zepter in diesem kleinen Land hielt. Viele träumen hier heute noch seinen Traum von der „kleenen Deutschen Demokratschen“, wie sie der DDR-Schlagerstar Frank Schöbel (Ex-Vorsitzender des Komitees für Unterhaltungskunst) nannte.

Wir schreiben das Jahr 26 nach Mauerfall. Die D-Mark ist weg, der Euro, wenn wir nicht aufpassen, auch bald. Noch geht es dem Land gut. Manchen seiner Regenten offensichtlich zu gut. Wie die alte Garde regiert Rot-Rot an allen vorbei. Geht es um die Besetzung eines der wichtigsten Ämter, etwa das, des neuen Polizeipräsidenten, so steht schon vorher fest, wer es antreten wird: Der mit 60 Lenzen geradezu jugendliche Spund Hans-Joachim Mörke. Stabschef und enger Vertrauter des gefeuerten Arne Feurings, der nach frisierten Polizeistatistiken und ziemlich deutlicher Einflussnahme in einem Entführungsfall gehen musste.

Wer ist neue Mann, der nach geltendem Beamtenrecht in Brandenburg schon im Dezember 2014 in den Ruhestand hätte wechseln müssen und stattdessen in eine höhere Besoldungsgruppe wanderte? Er ist ein Mann mit Vergangenheit, DDR-Vergangenheit. Eigentlich nichts , wofür man sich schämen müsste. Nur wer genauer hinsieht, erkennt den gelernten Führungskader der Volkspolizei Oranienburg. Erst der jüngste Führer seiner Truppe in der DDR. Dann kann man aus jenem jungen Spund (damals wirklich noch) leicht erkennen, für wen oder was er zuständig war in der DDR: für „Politische“. Lässt sich schlecht leugnen, stand auch in mehreren Zeitungen, ist also eigentlich bekannt. Brav gewendet unter Peter Michael Distel im Schutzbereich Oberhavel, 25 Jahre lang unauffällig aufgestiegen.

Ein Brandenburger Eigengewächs. Kein West-Import, der für die verheerende Polizeireform zuständig gemacht wird. So wird Geschichte geklittert. Der Westen ist an allem schuld. Er stört die Kreise nicht, zumindest die der rot-roten Landesregierung nicht. Da wirkt es geradezu normal bei so viel gelebter Romantik, wenn im selben Moment dieselbe Landesregierung den ehemaligen FDP-Mann Andreas Galau nicht in die parlamentarische Kontrollkommission lassen will. Was die AfD nun rechtlich vor dem Verfassungsgericht einfordert. Dieser Mann – ein potentieller Republikfeind – passt da nicht rein. Vermutlich weil er in den Achtzigern mal zwei Jahre lang bei den längst aufgelösten Republikanern war.
Der Wunschkandidat des Innenministers Mörke dagegen wird unbürokratisch durchgereicht in das Amt, das er schon kommissarisch führt. Wir stellen ihn heute schon vor: Den neuen Polizeipräsidenten unserer „kleenen deutschen Demokratschen.“ Applaus, Applaus!