Duisburg: Im Stadtteil Marxloh sind am Montagabend erneut Polizisten angegriffen worden. Eine Polizistin wurde niedergeschlagen. Ihr Kollege musste seine Dienstwaffe ziehen, um die Menschenmenge auf Distanz zu halten. Die Gewerkschaft der Polizei spricht von „rechtsfreien Räumen in Problemstadtteilen des Ruhrgebiets mit hohem Zuwandererpotential“.

Duisburg-Marxloh (Bild: metropolico.org)
Duisburg-Marxloh (Bild: metropolico.org)

Nach der Massenschlägerei während der Dreharbeiten für die WDR-Sendung „Politiker-WG“ in der vergangenen Woche sind am Montagabend in Duisburg-Marxloh erneut zwei Polizisten von einer größeren Menschenmenge angegriffen worden, weil sie nach einem Verkehrsunfall eine Personenkontrolle durchführen wollten.

Eine bei der Unfallaufnahme eingesetzte Polizistin wurde niedergeschlagen. Ihr Kollege musste daraufhin seine Dienstwaffe ziehen, um die auf ihn und seine Kollegin zudrängende, fast einhundert Personen umfassende Menschmenge auf Distanz zu halten. Nach dem Vorfall musste die Polizei mit zehn Streifenwagen nach Marxloh ausrücken. Bei den beiden Verdächtigen, die von der Polizei kontrolliert werden sollten, handelt es sich um Mitglieder einer libanesischen Großfamilie, die über ihre Handys Unterstützung für sich mobilisiert hatten. Einer davon wurde festgenommen. Den Beamten sagte er, dass er sich „nicht kontrollieren lasse.“

GdP fordert für Problemviertel Mindeststärken bei Polizeiwachen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht sich durch den erneuten Vorfall in ihrer Befürchtung bestätig, dass „in den Problemstadtteilen des Ruhrgebietes mit einem hohen Zuwandererpotential rechtsfreie Räume entstehen, in denen kriminelle Gruppierungen durch gezielte Einschüchterungen polizeiliche Maßnahmen verhindern wollen“. Die GdP fordert deshalb, dass für die Problemviertel Mindeststärken für die Polizeiwachen festlegt werden, die nicht unterschritten werden dürfen. Dazu muss das Innenministerium den Behörden genügend Polizisten zur Verfügung stellen. „Wir dürfen kriminellen Gruppierungen nicht die Straße überlassen, sonst werden ganze Stadtteile weiter abrutschen und mit ihnen die dort lebenden Menschen“, so der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Arnold Plickert am Dienstag. Er warnte die Politik davor, das Problem der „No-Go-Areas“ weiter zu verdrängen.

Nach Beobachtungen der GdP gibt es nicht nur in Duisburg, sondern auch in Essen und Dortmund nahezu jede Woche Situationen, in denen Polizisten „ohne jeden erkennbaren Grund von einer größeren Menschenmenge bedroht und angegriffen“ werden. „Für die kriminellen Banden ist es ein Spiel. Sie wissen, dass die Polizei in ihrem Stadtviertel keine Maßnahmen mehr durchsetzen kann, wenn sie nach Angriffen auf einzelne Polizisten nicht sofort fünf bis zehn Streifenwagen zur Verstärkung heranziehen kann.“ Sorge bereitet der GdP vor allem das Vordringen libanesischer Großfamilien in den Problemvierteln. In Duisburg kämpfen zudem mehrere rivalisierende Rocker-Gruppen sowie türkische, rumänische und bulgarische Gruppen um die Vorherrschaft auf der Straße. (PH)