Die israelische Armee hat in internationalen Gewässern im Mittelmeer ein Schiff von pro-palästinensischen Aktivisten abgefangen. Vorher wurde das Boot mehrfach zur Umkehr aufgefordert. Das sogenanntes „Solidaritätsschiff“ wollte die israelische Seeblockade durchbrechen. Zu Gegenwehr sei es auf dem Frachter nicht gekommen.

Israeli Dabur Klasse Patrouillenboot (Bild: Natan Flayer, Quelle: Wikipedia, Rechte: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 generisch, Original: siehe Link
Israelisches Patrouillenboot (Bild: Natan Flayer, Quelle: Wikipedia, Rechte: Creative Commons Attribution-Share Alike 1.2  , Original: siehe Link)

Die israelische Marine hat ein sogenanntes „Solidaritätsschiff“ mit pro-palästinensischen Aktivisten auf dem Weg nach Gaza abgefangen. Die israelische Marine habe nach internationalem Recht den Frachter mehrfach aufgefordert, seinen Kurs zu ändern, hieß es in einer Mitteilung der israelischen Marine.

Nachdem die Besatzung dies abgelehnt habe, seien Marinesoldaten in internationalen Gewässern an Bord des Schiffes gegangen, um es von einer Verletzung der Seeblockade des Gazastreifens abzuhalten. Zu Gegenwehr sei es auf dem Frachter namens „Marianne“ nicht gekommen, teilte die israelische Armee am Montag laut dem Spiegel mit.

Seeblockade durchbrechen

Immer wieder versuchen pro-palästinensischen Aktivisten mit Schiffen der sogenannten „Friedensflotte“ die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen und angebliche „Hilfslieferungen“ in die von der radikal-islamischen Hamas kontrollierten Gebiete zu bringen. Die israelische Marine hatte im Rahmen des sogenannten Ship-to-Gaza-Zwischenfalls am 31. Mai 2010 sechs angeblich mit Hilfsgütern für den Gazastreifen beladene Schiffe gestoppt.

Die Schiffe, darunter auch das unter der türkischen Flagge fahrende Schiff Mavi Marmara, auf dem sich neben Waffen militante Aktivisten befanden, darunter auch die Bundestagsabgeordneten der Partei Die Linke Annette Groth und Inge Höger, hatten das Ziel, die Seeblockade die Israel seit 2007 nach der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas eingerichtet hatte, zu durchbrechen.

„Tod allen Juden“

Die israelische Marine stürmte damals neben der Mavi Marmara mindestens zwei weitere Schiffe des Konvois. Bei dem Angriff wurden neun Türken getötet. Der Streit um den Einsatz führte zu einer massiven Verschlechterung der Beziehungen zwischen der Türkei und Israel.

Bei der nachfolgend eingeleiteten Untersuchung sollen einige der Passagiere, darunter drei der später Getöteten, nach Aussagen ihrer Verwandten und Freunde vor der Abreise erklärt haben, sie wollten als Märtyrer sterben. Beim Ablegen der Mavi Marmara in Istanbul skandierten Anhänger der auf dem Schiff vertretenen Gruppen eine Parole der Hamas, die an Mohammeds Zug nach Chaibar erinnert und so Juden mit dem Tod bedroht, und forderten zur „Intifada bis zum Sieg“ auf. Ebenfalls soll laut der SZ die Parole „Tod allen Juden“ skandiert worden sein.

„Größten Freiluftgefängnis der Welt“

Wie der Spiegel berichtet, war auch dieses Mal das Ziel, die israelische Seeblockade zu durchbrechen. Nach Eigenangaben der pro-palästinensischen Aktivisten wollten diese „auf die Verletzung der Rechte von 1,8 Millionen Palästinensern im größten Freiluftgefängnis der Welt“ aufmerksam machen.

Auf dem schwedische Schiff und bei der jetzigen Aktion sollen bis zu 70 Aktivisten beteiligt sein, darunter der arabisch-israelische Parlamentsabgeordnete Basel Ghattas, der tunesische Ex-Präsident Moncef Marzouki, der deutsche Journalist Martin Lejeune sowie mindestens ein europäischer Abgeordneter. (BS)