Schlaglicht: Ein Brandenburger Grundsatz: Wer hier nach 22 Uhr die Polizei braucht, sollte die Feuerwehr anrufen. Die kommt wenigstens.

dkfjkfj (Bild: metropolico.org)
Einbrecher! Hol die Feuerwehr! (Bild: metropolico.org)

Das galt bisher. Demnächst kann sich das auch ändern. Nach üppigen Wach-Schließungen und dazugehöriger Polizeireform – bei den Römern hätte man das, was die rot-rote Landesregierung da macht, „Dezimierung“ genannt – droht ein weiterer Tiefschlag: Die Städte Cottbus und Oranienburg müssen ihren Feuerwehrleuten eine Entschädigung für nicht abgebaute Überstunden zahlen. So hat es das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg entschieden.

Bis zu 56 Stunden pro Woche hatten die Kameraden in den Jahren 2007 bis 2013 arbeiten müssen. So kamen etwa beim Feuerwehrchef von Cottbus knapp 1.000 Überstunden zustande. Bisher glaubten die „Verantwortlichen,“ das Landesrecht lasse Ausnahmen von der 48-Stunden-Regelung zu. Dem folgte das Oberverwaltungsgericht nicht. Auch das europäische Recht verlangt, dass der Mitarbeiter Mehrarbeit über die 48. Stunde hinaus freiwillig leisten müsse. Und es gibt 40.000 Feuerwehrleute in Brandenburg. Das kann fürs Land teuer werden. In Potsdam sehe man das gelassen. In den vergangenen Jahren seien „wissend um den Streit“ Rückstellungen im siebenstelligen Bereich gebildet worden, so ein Stadtsprecher. Man gehe davon aus, dass diese Gelder ausreichen.

Und wenn nicht, kann man ja immer noch den Feuerwehreinsatz dem Bürger in Rechnung stellen. Der zahlt die Chose doch eh. Wie er auch schon als Sicherheitspartner mit Leuchtweste und Taschenlampe durchs Unterholz seines Ortes robbt, um Einbrecher zu melden. Nur wem? Am besten gleich den Justizbehörden. Oder besser nicht. Die sind ja auch überfordert und unterbesetzt.