Duisburg: Die Polizei hat am Freitag Gaststätten in Hochfeld und Marxloh durchsucht. Es gab zwei Festnahmen. Auch wurden Waffen gefunden. Die Polizisten wurden bei dem Einsatz beschimpft. Der Stadtteil Marxloh gilt seit Jahren als sogenannter Problembezirk.

Fast wäre ein gefährlicher Salafist Polizist geworden (Bild: metropolico.org)
Am Freitagabend war eine Hundertschaft der Polizei in Marxloh im Einsatz (Bild: metropolico.org)

Wie die Duisburger Polizei mitgeteilt hat, wurden am Freitagabend Gaststätten in Hochfeld und Marxloh durchsucht. Der Großeinsatz mit den Kräften des Ordnungsamtes startete gegen 20 Uhr 45 auf der Wanheimer Straße. Die Polizei hatte Hinweise, dass hier mit Drogen gehandelt wurde.

In der Gaststätte trafen die Beamten der Einsatzhundertschaft auf rund 20 Personen, die überprüft und durchsucht wurden. Bei einem der Männer fanden die Beamten Marihuana, gegen einen weiteren lag ein Haftbefehl wegen schweren Raubes vor. Der 18-Jährige musste mit zur Wache und wird jetzt dem Haftrichter vorgeführt. Den Besitzer der Drogen erwartet eine Strafanzeige wegen des Drogenbesitzes. Die Einsatzkräfte schrieben zudem zwei Anzeigen wegen Beleidigung, weil sie beschimpft worden waren. In der Kneipe fanden sie ein selbstgefertigtes Schlagwerkzeug, das die Beamten mitnahmen. Das Ordnungsamt stellte Verstöße gegen das Gaststättenrecht fest und ließ die Lokalität sofort schließen.

Beidseitig geschliffenes Messer griffbereit unter der Theke

Etwa eine Stunde später rückten Einsatzhundertschaft und Ordnungsamt zur Kaiser-Wilhelm-Straße nach Marxloh aus. An einer dortigen Gaststätte hatte es am Mittwoch einen Großeinsatz gegeben, als zwei Männer in einen Streit geraten waren und sich neben den Kontrahenten dann bis zu 300 Sympathisanten auf der Straße den Polizisten gegenüberstanden. Zudem ist die Gaststätte als Rockertreff bekannt. Dort hielten sich knapp dreißig Männer auf, darunter auch der Konzessionsinhaber. Bei der Überprüfung der Personalien und Durchsuchungen entdeckten die Beamten bei einem der Männer ein Messer und reagierten mit einer Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ein Mann musste mit zur Wache. Er hatte keinen festen Wohnsitz und bei ihm war ein gestohlenes Handy gefunden worden. In der Gaststätte lag ein beidseitig geschliffenes Messer griffbereit unter der Theke. Daraufhin schloss das Ordnungsamt diese Kneipe sofort. Die Razzia endete gegen 1 Uhr 30.

Marxloh gilt als überdurchschnittlich gefährlicher Stadtteil, bei dem bereits seit Jahren „rechtsfreie Räume“ beklagt werden. Nach der Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg waren Ende 2014 8.540 oder 44,98 Prozent der Einwohner Marxlohs Ausländer. Vor allem türkische Einwanderer ließen sich hier nieder. Die türkischstämmige Bevölkerungsgruppe stellt heute einen prägenden Bevölkerungsteil dar. Erst Ende Mai gab es in Marxloh eine Schießerei, bei der ein 29-jähriger Mann erschossen und eine 42-jährige Frau schwer verletzt wurde. Nachdem die Thematisierung der Zustände in Marxloh lange Zeit als „fremdenfeindlich“ galt, berichtet die örtliche Presse in der jüngeren Vergangenheit immer häufiger über die Sicherheitsprobleme in diesem Stadtteil. (PH)