Auch Polen hat sich gegen die Brüsseler Asylquotenregelung entschieden. Des Weiteren hat Polen angekündigt, da die Mehrheit der Polen Vorbehalte gegen Muslime habe, nur noch christliche Asylsuchende aufzunehmen. Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung vor, die „Islamophobie“ zu stärken.

Polen nimmt nur noch christliche Flüchtlinge auf (Bild: metropolico.org)
Polen nimmt nur noch christliche Flüchtlinge auf (Bild: metropolico.org)

Der Brüsseler Vorschlag, den Immigrantenstrom, der nach wie vor ungebremst gegen Europa anbrandet, nach einer Quote auf die EU-Staaten zu verteilen, scheiterte maßgeblich an den osteuropäischen Mitgliedsstaaten der EU. Am Donnerstag wurde eine Aufnahme der EU-Länder auf freiwilliger Basis vereinbart.

Polen hatte wie beispielsweise Großbritannien, Frankreich, Tschechien oder Ungarn der Quotenregelung der EU für Immigranten frühzeitig eine klare Absage erteilt. Das Land werde Immigranten aufnehmen, aber das nur auf freiwilliger Basis. Nach der EU-Regelung hätte Polen etwa 2.700 Immigranten aufnehmen sollen. 2014 hatte Polen rund 750 Immigranten Asyl gewährt. In Deutschland erhielten 33.310 Personen  die Rechtsstellung eines Flüchtlings zuerkannt, weitere 5.174 erhielten subsidiären Schutz, 2.079 ein Abschiebeverbot, so die Aufstellung des Bundesministeriums des Inneren für das Jahr 2014. Insgesamt wurden letztes Jahr 202.000 Asylanträge gestellt, was Deutschland mit weitem Abstand zu anderen EU-Mitgliedsstaaten an die Spitze der Asylbewerberzahlen katapultiert.

 „Verfolgte Christen verdienen, dass ein christliches Land wie Polen ihnen hilft“

Wie metropolico berichtete, hatte der neugewählte nationalkonservative Präsident Andrzej Duda der amtierenden liberalpolitischen Premierministerin Ewa Kopacz Anfang Juni vorgeworfen, sich nicht genug für Christen einzusetzen. Daraufhin hatte Kopacz verkündet, dass Polen 60 christliche Familien aus Syrien aufnehmen werde.

WeltOnline berichtet nun, Polen habe sich bereit erklärt, bis zu 150 syrische Familien aufzunehmen. Allerdings gelte dies nur für christliche Flüchtlinge. Die Ministerpräsidentin bemerkte hierzu, dass „Christen, die (in Syrien) auf barbarische Weise verfolgt werden, es verdienen, dass ein christliches Land wie Polen ihnen hilft.“ Polen erkläre sich zudem bereit  – da es sich hier um Nachbarn handle-  auch Ukrainer aufzunehmen. Die Ukrainer haben jedoch nach WO-Angaben keinen Flüchtlingsstatus. Im vergangenen Jahr hat Polen rund 750 Menschen Asyl gewährt. Mehr Immigranten könne Polen jedoch nicht aufnehmen, da sich das Land wirtschaftlich und logistisch dazu nicht in der Lage sehe.

Regierung stärkt „Islamophobie“ in Polen

Polnische Nichtregierungsorganisationen protestierten in einem Schreiben an die polnische Regierung, dass der polnische Staat das Kriterium der Religion heranziehe. Es sei ein „Widerspruch, dass Polen zwar christlichen Familien aus Syrien helfen wolle, gleichzeitig aber gegen die Aufnahme von andersgläubigen Syrern sei, die in ihrer Heimat ebenso verfolgt würden und unter Lebensgefahr nach Europa eingereist seien.“

Die Entscheidung der Regierung, nur Christen aufzunehmen, falle außerdem in eine Zeit, in der „islamfeindliche Organisationen Stimmung gegen Einwanderung“ machten. Das Vorgehen der Regierung stärke nur die „Islamophobie“ in Polen. Die polnische Politik würde die Aufnahme christlicher Familien zu PR-Zwecken nutzen, da es für verfolgte Muslime aus Syrien keine vergleichbare Lobby in Polen gegeben habe. (BS)