Düsseldorf: Auch im Norden der Landeshauptstadt entstehen neue Container-Unterkünfte für Asylbewerber. Die Bezirksvertretung 5 hat am Dienstag den Bau von drei solchen Anlagen in Angermund, Lohausen und Stockum beschlossen. Bis zu 700 Asylsuchende sollen dort untergebracht werden.

Unterkunft für Asylbewerber in Container-Bauweise in Düsseldorf (Bild: metropolico.org)
Container-Unterkunft für Asylbewerber in Düsseldorf (Bild: metropolico.org)

An der Grünewaldstraße in Stockum sollen drei eingeschossige Wohnmodule sowie ein zweigeschossiges errichtet werden. Da immer mehr Asylsuchende mit Behinderungen nach Düsseldorf kommen, soll die Anlage barrierefrei gestaltet werden. Die Anfahrt ist über den Parkplatz des Aquazoos geplant.

Am Leuchtenberger Kirchweg in Lohausen sollen fünf eingeschossige Wohn-Container aufgestellt werden, die bis zu 200 Asylbewerbern Platz bieten. Die gesamte Anlage soll weitläufig umzäunt werden. An der Straße Zur Lindung im Stadtteil Angermund soll ein Container für bis zu 200 Asylsuchende errichtet werden.

Proteste nur wegen der Natur und des Wohlbefindens der Asylbewerber

Bei Lohausen und Stockum handelt es sich um gehobene Wohnviertel. In beiden Stadtteilen gibt es Proteste und Unmut über die neuen Container-Dörfer für Asylbewerber. In Stockum werden die Proteste damit begründet, dass durch die Container-Anlage „weitgehend naturbelassene Brachfläche verloren geht“. „Wir würden genauso protestieren, wenn diese Fläche zugunsten von Luxushäusern wegfallen würde. Außerdem können wir nicht glauben, dass es keine Alternativen in der Nachbarschaft geben soll“, so ein Anwohner im Vorfeld der Bezirksvertreter-Sitzung gegenüber der örtlichen Presse. In Lohausen wird der Unmut über die neue Unterkunft für Asylbewerber mit der Sorge um „das Wohlempfinden der Flüchtlinge“ begründet. Diese würden sich „umgeben von 200.000-Euro-Autos nicht wohlfühlen“, so eine Anwohnerin auf einem Bürgerforum vor wenigen Wochen.

In Düsseldorf werden bis zum Jahresende zwischen 4.500 und 4.700 Asylsuchende erwartet. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt halten sich rund 3.000 Asylbewerber in der Landeshauptstadt auf. Die meisten davon kommen laut der städtischen Flüchtlingsbeauftragten Miriam Koch aus Syrien, Serbien, Mazedonien, Albanien und dem Kosovo. Im Stadtteil Unterrath kam es Anfang des Jahres zu monatelangen Belästigungen von Frauen durch alleinreisende junge Männer, die in einer nahe gelegenen Unterkunft für Asylbewerber untergebracht waren. In der vorletzten Woche wurde bekannt, dass in der Asylzweigstelle auf der Münsterstraße ein Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes von einem Asylbewerber mit Pfefferspray angegriffen wurde. Ähnliche Vorfälle sollen sich laut des Amtsleiters zuletzt in dem Büro gehäuft haben, das für Geld- und Wohnungsfragen der Asylbewerber zuständig ist. (PH)

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