Duisburg: Im Stadtteil Marxloh haben Unbekannte am Sonntag auf zwei Menschen geschossen. Ein Mann erlag den Verletzungen, eine schwangere Frau wird notoperiert. Eine Großfahndung wurde eingeleitet. Der von türkischen Einwanderern geprägte Stadtteil gilt als überdurchschnittlich gefährlich.

Duisburg-Marxloh (Bild: metropolico.org)
Duisburg-Marxloh (Bild: metropolico.org)

Die Hintergründe der Schießerei sind noch unklar. Um 13 Uhr 18 ging der Notruf in der Leitstelle der Polizei ein. Zunächst hatten Nachbarn einen lautstarken Streit in einer Wohnung in der ersten Etage eines Hauses in der Grillostraße gehört, dann seien Schüsse gefallen, so der Anrufer.

Später wurde der WAZ von der Polizei bestätigt, dass ein 29-jähriger Mann erschossen und eine 42-jährige Frau schwer verletzt wurde. Als die Beamten eintrafen saß die offenbar schwangere Frau mit einer blotenden Bauchwunde vor dem Eingang des Nachbarhauses. Sie wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und notoperiert. In der Wohnung im ersten Obergeschoss fanden die Polizisten die Leiche des 29-Jährigen. Nach einer ersten Auskunft der Polizei hatte er mehrere Wunden im Oberkörper, die ihm wohl nicht nur durch eine Schusswaffe zugefügt wurden. Vermutlich handelt es sich dabei um Stichwunden.

Großfahndung im Duisburger Norden

Die Mordkommission der Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Im Duisburger Norden wurde eine Großfahndung eingeleitet, bei der auch Hubschrauber im Einsatz sind. Laut der Bild-Zeitung handelt es sich bei den Opfern um türkischstämmige Bewohner des Hauses. Nach der Einwohnerstatistik der Stadt Duisburg waren Ende 2014 8.540 oder 44,98 Prozent der Einwohner Marxlohs Ausländer. Vor allem türkische Einwanderer ließen sich hier nieder. Die türkeistämmige Bevölkerungsgruppe stellt heute einen prägenden Bevölkerungsteil dar. Marxloh gilt als überdurchschnittlich gefährlicher Stadtteil. (PH)