Im Tarifstreit zwischen der Deutschen Post und der Gewerkschaft Verdi wird der Ton rauer. „Mobbing von Beschäftigten“ lautete der Vorwurf von Post-Chef Appel in Richtung Verdi. Solche und ähnliche Methoden sind der im linkspolitischen Spektrum verhafteten Gewerkschaft nicht fremd.

dfdf
Vorwurf: Verdi schürt Angst und mobbt Beschäftigte, die sich nicht anschließen (Bild: metropolico.org)

Die Gewerkschaft Verdi hat Tausende Beschäftigte im Post-Streik dazu aufgerufen, erneut die Arbeit niederzulegen. Nach Angaben der Post fanden am Freitag in 32 von 49 Briefniederlassungen Arbeitsniederlegungen statt, so dass etwa 280.000 Paketsendungen sowie 3,3 Millionen Briefe in den stärker betroffenen Regionen ihre Empfänger erst am Samstag erreichten.

Die Gewerkschaft Verdi will, wie die Wirtschaftswoche berichtete, für die 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns 5,5 Prozent mehr Lohn als auch eine Verkürzung der Wochen-Arbeitszeit auf 36 von 38,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich erreichen. Im Kern gehe es maßgeblich um den Aufbau von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung. Dort arbeiten nach Angaben der Post mehr als 6.000 Menschen, die nicht nach dem Haustarif der Post, sondern nach dem Tarif des Speditions- und Logistikgewerbes entlohnt werden.

Wer nicht mitstreikt wird beschimpft

Nun wirft der Chef der Deutschen Post, Frank Appel, laut einem Bericht der Welt am Sonntag Verdi vor, dass die Beschäftigten gemobbt werden. Es werde von Seiten der Gewerkschaft Angst geschürt, damit sich die Beschäftigten hinter der Gewerkschaft versammeln, so Appel. Wer sich nicht an den Streiks beteilige, werde übel beschimpft.

Inhaltliche Forderungen der Gewerkschaft wies Appel zurück. Die neu gegründeten Zustellfirmen würden nicht wieder aufgelöst: „Das ist realitätsfern.“ 6.000 Mitarbeiter seien bereits eingestellt worden. Die Wettbewerber des Bonner Dax-Konzerns zahlten deutlich niedrigere Stundenlöhne, darauf müsse die Deutsche Post reagieren, sagte der Unternehmenschef laut Reuters.

„Entgrenztes Gewinnstreben“

Verdi-Chef Frank Bsirske, Parteimitglied bei den Grünen und Inhaber einer lupenreinen Gewerkschaftskarriere, vertritt laut der FAZ (Sonntagsausgabe) die Meinung, dass man vom Marktführer erwarten könne, dass dieser auch bei der Entlohnung vorne liege, da die Deutsche Post für 2020 eine Verdopplung der Gewinne verspreche. Das sei „entgrenztes Gewinnstreben“, die „kriegen den Hals nicht voll“, so der Verdi-Chef, der seinerseits mit einem aktuellen Jahresgehalt von 187.343 Euro im Jahr 2008 keine Probleme hatte, eine private First-Class-Flugreise mit der Lufthansa nach Los Angeles zu unternehmen, während die Fluggesellschaft gleichzeitig durch Verdi bestreikt wurde.

Dass der Vorwurf des Post-Chefs, Verdi würde Beschäftigte mobben, in die Gangart der mit der linken und linksextremistischen politischen Szene kooperierenden Gewerkschaft hinein passt, wird durch die Berichterstattung von metropolico zum ebenfalls durch Verdi bestreikten Versand-Dienstleister Amazon bestätigt. Verdi versucht seit etwa zwei Jahren beim Onlinehändler durch wiederholtes Bestreiken und falsche Unterstellungen Forderungen zu realisieren. Hier wehrten sich Anfang 2014 Amazon -Mitarbeiter mit einer Unterschriftenaktion gegen die Forderungen und Falschdarstellungen der Verdi-Gesellschaft.

Der 63-Jährige Verdi-Boss Bsirske kündigte im Poststreik an, von den bisherigen Warnstreiks in echt Streiks einzusteigen, wenn die Unternehmensführung ihren Kurs beibehalten werde. (BS)