Die Kandidatin von SPD, Linken und Grünen für das Dresdner Oberbürgermeisteramt, Eva-Maria Stange (SPD), hat, sollte sie das Amt erringen, eine „härtere Gangart“ gegen Pegida angekündigt. Bei der Wahl ihrer Verbündeten zeigt sich die Kandidatin, wie viele ihrer politischen Kollegen und Genossen wenig wählerisch.

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Eva-Maria Stange (Bild: Henning Homann; Quelle: flickr, Rechte: CC BY-ND 2.0, Original: siehe Link )

Bei Pegida werde mittlerweile „offen Rassismus“ gezeigt. Pegida sei auch ein Grund dafür, weshalb Eva-Maria Stange (SPD), die Oberbürgermeisterkandidatin von SPD, Linken und Grünen, für das Amt der Stadt Dresden kandidiere. Anfänglich sei Pegida ein kleines Häufchen mit eindeutig ausländerfeindlicher Prägung gewesen, unter dessen Mantel sich zehntausende politisch Unzufriedene gefunden hätten. Nun kehre Pegida zu ihrem rassistischen Ursprung zurück.

Diese Einschätzung gab Stange in einem Interview mit der sozialistischen Tageszeitung „Neues Deutschland“ wieder . Die studierte Pädagogin kündigte weiter an, gegen Pegida auch mit Linksextremisten zusammenarbeiten zu wollen, so die Junge Freiheit.

Jeder ist beim Kampf willkommen

Die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst im Freistaat Sachsen Stange, wolle als neue Oberbürgermeisterin Kräfte bündeln und keinen Kleinkrieg führen, ob „Dresden nazifrei“ dabei mit am Tisch sitzen darf. Ihr sei jeder willkommen, der will, dass Dresden weltoffen und tolerant ist, so die 58-Jährige. Alles andere schade dem Ansehen der Stadt und habe negative Folgen für Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Dies könne auch nicht mit schönen Kulturgütern wettgemacht werden.

Stanges Einwurf, ob „Dresden nazifrei“ doch am Tisch sitzen dürfe, gründet sich vermutlich auf die Aussage des Bündnissprechers Silvio Lang vom 13. Februar, dem Jahrestag der Bombardierung Dresdens im 2. Weltkrieg. Auf die Frage, wie Dresden künftig mit diesem Tag umgehen solle, antworte Lang laut DNN-Online am 18. Februar: „Das Problem ist, dass es überhaupt noch ein Umgehen mit diesem Tag gibt. Wir wünschen uns, dass Dresden davon weggeht, aus dem 13. Februar einen besonderen Tag zu machen und ihn mit viel Bohei zu begehen. […] Die Bombardierung Dresdens war kein singuläres Ereignis, das man besonders herausheben muss, noch sollte man sie glorifizieren oder den Opfermythos weiter herausheben.“ Die Vermutung stand im Raum, dass daraufhin die damalige Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) die Gespräche mit dem Bündnis einstellte.

Keine Freunde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung

„Dresden nazifrei“ präsentiert sich, wie artverwandte Bündnisse, als „antirassistische Vereinigung“. Auf der Impressum-freien Homepageseite „Dresden nazifrei“  ist nicht ersichtlich, wer hinter dem Bündnis steht und von wem dieses unterstützt und finanziert wird. Als Bündnispartner kann der vom Verfassungsschutz beobachtete Verein der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN-BdA e.V.“ angenommen werden, da für Spenden dessen Bankverbindung angegeben ist.

Sprecher Silvio Lang hat laut dem Blog Dapema ONLINe selbst umrissen, wer „Dresden nazifrei“ sei und ist sich hier mit der Oberbürgermeisterkandidatin Eva-Maria Stange augenscheinlich weitgehend einig: „Grundsätzlich jede_r, die/der dem Aktionskonsens zustimmen kann, im Speziellen Grüne, LINKE, Jusos, Grüne Jugend, Linksjugend, verdi (und Jugend), IG Metall, DGB Jugend, DKP, KAD, MLPD, attac, VVN-BdA, URA und weitere“.

Bei der Kommunalwahl  am 7. Juni in Dresden kandidieren neben der SPD-Frau Eva-Maria Stange auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) und der FDP-Politiker Dirk Hilbert. Pegida schickt die ehemalige Hamburger AfD-Politikerin Tatjana Festerling als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl in Dresden ins Rennen. Amtsinhaberin Helma Orosz tritt nach sechseinhalb Jahren im Amt aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr an. (BS)