Der bayerische Landtagsabgeordnete Klaus Steiner (CSU) ist der Meinung, dass viele Kinder aus muslimischen Familien „keinen Zugang zu unserer Vergangenheit” hätten und deshalb während ihrer Schulzeit auch keine KZ-Gedenkstätte besuchen müssen. Dazu seien diese „kognitiv und emotional nicht in der Lage.“

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Klaus Steiner (CSU) will vom verpflichtenden Gedenkstättenbesuch muslimische und Kinder mit Migrationshintergrund ausnehmen  (Bild: Homepage Klaus Steiner, Pressefoto)

Am 22. April wurde im bayerischen Landtag der Antrag zum Thema „Besuch einer Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus/eines NS-Dokumentationszentrums in allen bayerischen Schularten fest verankern“ diskutiert. Der Abgeordnete Klaus Steiner (CSU) machte in seinem Redebeitrag klar, dass Schüler mit Migrationshintergrund von Förder- und Mittelschulen hiervon auszunehmen seien, da diese dazu „kognitiv und emotional nicht in der Lage“ seien.

Migranten, Asylanten und Muslime außen vor

Steiner stufte den Besuch von Gedenkstätten als wichtig ein, „um bei den Schülern ein Bewusstsein für ein dunkles Kapitel unserer Vergangenheit zu schaffen“. Man müsse bei dem Heranführen an dieses Thema jedoch besondere Sorgfalt walten lassen. Deshalb werde die CSU dem Antrag von Günther Felbinger (Freie Wähler), den Besuch für alle Schüler aller Schularten verpflichtend zu machen, nicht zustimmen. Man wolle die Entscheidung über den Zeitpunkt eines Besuches den Lehrkräften überlassen. Für Mittel- und Förderschulen wolle man den Besuch als Empfehlung verankert sehen.

Bei den Förderschulen sei „ein achtsamer Blick, vor allem auf Schülerinnen und Schüler mit kognitiven und emotionalen Einschränkungen notwendig“, so der CSU-Politiker und führte aus, dass ein Zwang daher nicht zielführend wäre. Gerade an Mittelschulen gebe es viele Flüchtlingskinder und Migranten, erklärte Steiner weiter. „Darunter sind sehr viele Kinder aus muslimischen Familien, die keinen Zugang zu unserer Vergangenheit haben“. Hier müsse man behutsam vorgehen, da man noch lange brauchen werde, bis diese Kinder und ihre Familien sich mit unserer Vergangenheit identifizieren werden können. Für Wirtschaftsschulen sei indes eine verpflichtende Teilnahme geplant.

Gerade für Muslime wichtig

Die Jerusalem Post (JP) griff das Thema am Mittwoch auf und berichtete, dass sich Josef Schuster, Präsident des Zentralrat der Juden in Deutschland, für den verpflichtenden Besuch einer Gedenkstätte für alle Schulformen ausgesprochen habe und sich nun entsetzt zeigte, wenn bestimmte ethnische oder religiöse Gruppen von der Teilnahme ausgeschlossen werden sollen. Es sei wichtig, jungen Zuwanderer zu erklären, warum diese Verantwortung für die deutsche Geschichte übernehmen müssen, so Schuster laut der JP.

Die zunehmende Judenfeindlichkeit, die maßgeblich aus der muslimischen Bevölkerung heraus in die deutsche Gesellschaft getragen wird, brach sich letzten Sommer Bahn und zeigte das Ausmaß des muslimischen Antisemitismus. metropolico berichtete mehrfach über die antiisraelischen Demonstrationen, auf denen muslimische Mitbürger ungehindert „Jude, Jude feiges Schwein – komm heraus und kämpf allein“ skandierten konnten. (BS)