Kathrin Oertel erklärte im Gespräch mit metropolico ihren Sinneswandel. Das frühere Mitglied des Pegida-Orga-Teams drückte dabei ihre Hoffnung aus, die Menschen würden die wahren Ursachen für Krieg und Vertreibung erkennen. Laut Oertel sind diese wahren Ursachen „die Zionisten und ihr Finanzsystem“. Lutz Bachmann hat eine eigene Erklärung für Oertels Verhalten.

Kathrin Oertel vor dem sächsischen Landtag in Dresden (Bild: metropolico.org)
Kathrin Oertel vor dem sächsischen Landtag in Dresden (Bild: metropolico.org)

Vor dem sächsischen Landtag in Dresden schien die Sonne. Ein Video-Interview mit Kathrin Oertel war an jenem 14. April 2015 vereinbart. Dies war schon der zweite Versuch. Doch auch dieses Mal wurde es nichts. Lediglich ein mehrstündiges Gespräch mit Oertel im Beisein von René Jahn und einem eifrig mitschreibendem Sozialwissenschaftler der TU Dresden mit den metropolico Redakteuren Birgit Stöger und Christian Jung fand statt, an deren Ende Oertel erneut ein Video-Interview absagte.

Völlig falsche Erklärung“

Im Laufe des Gesprächs wandte sich Oertel gegen Kritik am Islam und an den Asylsuchenden. Statt diese zu attackieren, sollten die Bürger die wahren Ursachen erkennen und sich diesen annehmen. Was sie für die wahren Ursachen hält, legte Oertel auch gleich in aller Deutlichkeit dar. „Die Zionisten und ihr Finanzsystem“ seien der tatsächliche Grund für „Krieg und Vertreibung“.

Nach einer recht wirren Erklärung per Video, wurde Oertel durch metropolico befragt, warum sie in ihrer Video-Botschaft zwar dazu aufrufe, die wahren Ursachen anzugehen, aber nicht wie im Gespräch mit metropolico die „Zionisten und ihr Finanzsystem“ benenne. Oertel erklärte daraufhin nicht weniger wirr als in ihrem Video, „völlig falsche Erklärung, Ihrerseits“. Man habe ihr wohl nicht zugehört in dem Gespräch vor dem Landtag. Leider nur allzu genau.

Wer spricht für das Volk?

Lutz Bachmann erklärte gegenüber metropolico, Oertel habe sich innerhalb des Orga-Teams Pegidas nie derart geäußert. „Erst seit ihrem krampfhaften Versuch in den Medien zu bleiben, will sie von Kritik am Islam nichts mehr wissen“, erklärt sich Bachmann den absonderlichen Wandel seiner ehemaligen Mitstreiterin.

Heute Abend tritt Oertel um 22:15 Uhr bei Maybritt Illner zum Thema „Wutbürger, Parteien, Populisten – Wer spricht für das Volk?“ Kahrin Oertel hoffentlich nicht. (CJ, BS)