Im hessischen Oberursel haben Spezialkräfte der Polizei laut WeltOnline ein Ehepaar festgenommen, das mutmaßlich einen Terroranschlag vorbereitet hatte. Unter anderem stellte die Polizei bei den beiden Verdächtigen eine Rohrbombe sicher.

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Spezialeinsatzkräfte haben in der Nacht zum Donnerstag eine Wohnung in Oberursel bei Frankfurt gestürmt (Bild: metropolico.org)

Die Verdächtigen wurden in der vergangenen Nacht von einem Spezialeinsatzkommando festgenommen, die Wohnung in Oberursel wurde durchsucht und eine Rohrbombe, Zündstoff, ein Sturmgewehr sowie scharfe Munition sichergestellt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ermittelt.

Das Ehepaar Halil und Senay D. wurde, so WO, bereits seit einigen Tagen observiert. Die beiden mutmaßlichen Muslime waren ins Visier der Sicherheitsbehörden geraten, da sie große Mengen Wasserstoffperoxid und Spiritus in einem Baumarkt gekauft hatten und dabei einen falschen Namen angaben.

Nach Erkenntnis der Ermittler habe Halil D. Kontakte in die salafistische Szene in Frankfurt am Main und zum Terrornetzwerk al-Qaida gepflegt. Die Polizei entschied sich für den Zugriff, da der Mann war dabei beobachtet worden sei, wie er ein Waldstück in der Nähe von Oberursel erkundete. In dieser Gegend soll am 1. Mai ein Radrennen durchgeführt werden.

Ismail Tipi: „Immer noch zu defensiv“

Der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi zeigte sich erleichtert und schockiert zugleich: „Wir können von großem Glück reden, dass unsere Sicherheitsbehörden eine so hervorragende Arbeit leisten. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passiert wäre, wenn dieses salafistische Extremistenpärchen seinen Plan in die Tat umgesetzt hätte. Dann wäre der 1. Mai zu einem blotigen und tödlichen Tag geworden.“

„Die Anschlagsplanungen waren bereits sehr weit fortgeschritten und es ist nur der Arbeit unserer Sicherheitsbehörden zu verdanken, dass rechtzeitig eingeschritten werden konnte. Ich warne schon so lange vor einem solchen Szenario. Jetzt muss auch der letzte Beschwichtiger erkennen, dass wir hier nicht mit Nachsicht und gutem Zureden weiterkommen. Wir müssen massiv gegen salafistische Extremisten vorgehen. Dafür brauchen wir dringend ein Auftrittsverbot für salafistische Hassprediger sowie ein Verteilungsverbot ihrer Propaganda in unseren Fußgängerzonen. Darüber hinaus brauchen wir die Vorratsdatenspeicherung, damit wir auch die Netzwerke erwischen, die in solchen Fällen aktiv sind“, forderte Tipi am Rande des Plenums in Wiesbaden.

Der CDU-Politiker zeigte sich gleichzeitig zutiefst besorgt über die weiter steigende Zahl von Salafisten in Deutschland. „Wir reagieren leider immer noch zu defensiv auf die Terrorgefahr für unser Land. Die Einschläge kommen immer näher. Es wird nicht ausreichen, wenn wir den Kopf in den Sand stecken und darauf hoffen, dass unsere Polizisten und Sicherheitsbehörden alle Attentatsversuche früh genug aufdecken.“ (BS)

Der Artikel wurde am 30.04.15 um 17 Uhr um die Stellungnahme von Ismail Tipi ergänzt.