Schwule Männer können laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von der Blutspende ausgeschlossen werden. Voraussetzung ist aber ein hohes Übertragungsrisiko für Infektionskrankheiten wie HIV. Ein pauschaler Ausschluss von Homosexuellen ist somit nicht mehr möglich.  

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Blutspende-Verbot für Schwule kann rechtens sein (Bild: CAMPUS Redaktion, Quelle: Flickr; Rechte: CC BY-NC-SA 2.0; siehe Link)

Der Ausschluss Schwuler von der Blutspende kann laut einem EU-Urteil rechtens sein. Das umstrittene Blutspendeverbot wurde vom EuGH für rechtens erklärt. So kann in Zukunft homosexuellen Männern das Blutspenden verwehrt werden. Voraussetzung sei ein hohes Übertragungsrisiko für Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Aids, erklärten die EuGH-Richter.

Zudem greife das Verbot nur, wenn Alternativen ausgeschlossen werden könnten. Dazu zählen wirksame Testmethoden oder eine genaue Befragung der potenziellen Spender zu riskantem Sexualverhalten, so übereinstimmende Medienberichte. Die genauen Einzelheiten seien vom zuständigen Gericht in Straßburg zu klären. 

Volker Beck: EuGH-Urteil ist ein Fortschritt

Auch in Deutschland sind bislang Schwule – neben Heterosexuellen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern oder Prostituierten- von der Blutspende ausgeschlossen, da diese als Gruppe mit erhöhtem Risiko gelten. 2013 entfielen drei Viertel der Neuinfektionen auf die Gruppe der Homosexuellen.

Volker Beck von den Grünen lobte das Urteil des Europäischen Gerichtshofes als Fortschritt. Pauschale Blutspendeverbote hätten somit keinen Bestand mehr. Es sei richtig, so der bekennende Schwule Beck, dass bei der Sicherheit keine Kompromisse gemacht werden dürfen. Jedoch dürfe die Risikoabschätzung nicht auf Vorurteile basieren, sondern müsse rational abgewogen werden. (BS)