Dieses Mal soll Israel aus dem CyperSpace ausgelöscht werden. Die Hackergruppe Anonymous droht damit, einen „elektronischen Holocaust“ gegen Israel auszulösen, bei dem alle israelischen Server lahmgelegt werden. Dies wird von der selbsternannten maskierten Gerechtigkeit als Protestaktionen gegen die israelische „Unmenschlichkeit“ gerechtfertigt.

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Anonymous droht Israel mit einem „elektronischem Holocaust“ (Bild: metropolico.org)

„In unserem elektronischen Holocaust werden wir euch aus dem Cyberspace auslöschen“, kündigt der Sprecher der Hackergruppe Anonymous  an. Dies soll als Antwort auf Israels Politik in Palästina gewertet werden.

Am 7. April werden alle israelischen Server, alle Webseiten der Regierung, des israelischen Militärs und aller israelischen Institutionen herunterfahren werden, so die Ankündigung der selbsternannten Internetpolizei in einem Video.

Eine maskierte Person von Anonymous, so das Nachrichtenmagazin Israel heute, verkündet im Duktus eines Nachrichtensprechers im Video, dass der elektronische Angriff als Reaktion auf Israels „Menschenrechtsverletzungen“ in Gaza und der unfairen Behandlung der Palästinenser erfolgen werde. Immer wieder sieht man Bilder aus dem Gaza-Konflikt eingeblendet.

Um die israelische „Unmenschlichkeit“ zu untermauern, sind wechselweise Bilder eines „albernden Benjamin Netanjahu“ zu sehen – unterlegt mit einer „eindringlicher Musik, die gegen Ende immer lauter wird“. Der Sprecher liest die Erklärung auf Englisch vor, die Untertitel sind auf Arabisch eingeblendet.

Selbsternannte maskierte Gerechtigkeit

Die Drohung, Israel einen „elektronischen Holocaust“ zu bescheren geschah nicht das erste Mal. Vor zwei Jahren – ebenfalls am 7. April – griffen Aktivisten unter dem Namen Anonymous israelische Webseiten an. Die Attacken zeigten jedoch wenig Wirkung, da größerer Schaden durch eine gute Vorbereitung auf israelischer Seite verhindert werden konnte.  Am 8. April 2013 wurde die Internetseite der Zeitung Haaretz lahmgelegt. Deutsche Anonymous-Aktivisten distanzierten sich von der Aktion und erklärten, diese werde zum größten Teil von „OpIsrael“ geführt. OpIsrael, ein Anonymous-Zusammenschluss von Gruppen und Einzelpersonen, koordiniert maßgeblich Cyper-Angriffe auf israelische Einrichtungen. Ende 2014 dann teilte Anonymous über Facebook mit, einen Hackerangriff auf die Website des israelischen Geheimdienstes Mossad verübt zu haben.

Anonymous ist eine Vereinigung ohne feste Strukturen, die erstmals Anfang 2008 mit Aktionen gegen Scientology in der Öffentlichkeit auftrat. Im Herbst 2010 unterstützten Anonymous-Mitglieder die Enthüllungsplattform WikiLeaks mit Attacken gegen Webseiten von Kreditkartenunternehmen. Die Mitglieder der Szene schließen sich zu einzelnen „Operationen“ zusammen, die zum Teil nur von einzelnen Gruppen mitgetragen werden. Bei Kundgebungen treten die Anonymous-Aktivisten  mit Gesichtsmasken auf. Diese stellen den britischen, katholischen Terroristen Guy Fawkes dar.

Der britische Autor Alan Moore und der Zeichner David Lloyd griffen die Figur in ihrem illustrierten Roman V wie Vendetta auf. Die von Lloyd konstruierte Guy-Fawkes-Maske wurde erstmalig 2007 von den Anhängern des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Ron Paul getragen. Später wurde die Maske von Anonymous und der Occupy-Wall-Street-Bewegung entlehnt. (BS)