Alp Mar: Von weisen Schauspielern, Ja-Sagern, Opportunisten und der unendlichen Lügen- Geschichte um Pegida und der nicht stattfindenden Islamisierung. Von Absolutionsritualen und politisch korrektem Gewäsch.

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Sein oder Nichtsein? (Bild: Alice Popkorn; Quelle: flickr, Rechte: CC BY-NC-ND 2.0, Original: siehe Link, Bild wurde bearbeitet)

Es gehört heute anscheinend zum guten Ton, zu jeder sich bietenden Gelegenheit die tiefsitzende Abscheu gegenüber Pegida, sowie anderen Bewegungen oder Personen zum Ausdruck zu bringen, die zu unterstellen wagen, dass die derzeitige Einwanderungs- Asyl- Ausländer- und Islam-Politik zu Chaos und Verderben führt. Ob Talkshow, Kochsendung, Gottesdienst oder banales Interview zu völlig anderen Themen –  ein Bekenntnis gegen Pegida darf ums Verrecken nicht fehlen.

Es scheint sich um eine Art „Absolutionsritual“ zu handeln. In früheren Zeiten versicherten sich die Meinungsmacher und Gesinnungswächter aus Kirchen und Gerichtsstuben der Loyalität und Linientreue ihrer Zeitgenossen, indem sie ihnen Bekenntnisformeln abverlangten, die jeden Zweifel ersterben ließen. „Glaubst Du an die unbefleckte Empfängnis, an die Inkarnation Christi beim Abendmahl? Glaubst Du an die Wundertätigkeit der Heiligen? – so in etwa hörte sich das an und Jeder wusste, dass ein „Nein“ extrem nachteilige Auswirkungen haben könnte.

Politisch korrektes Gewäsch

Heute ist es noch etwas penetranter. Jeder Schauspieler, der in diesen Tagen ein Interview gibt, kann sicher sein, dass irgendwann die Frage gestellt wird: „Was halten Sie von Pegida?“ Wenn dann nicht ad hoc und wie aus der Pistole geschossen politisch korrektes Gewäsch kommt, das, egal wie infundiert und von völliger Ahnungslosigkeit geprägt, klar erkennen lässt, dass man muslimische Masseneinwanderung Spitze findet und Pegida für eine Nazi- Veranstaltung hält, dann hat sich die Schauspielerkarriere nicht nur bei GEZ-Propagandasendern erledigt.

Auch die Schauspielerin Silke Bodenbender, die im ZDF- Film „Die Seele im Feuer“ ein Opfer der spätmittelalterlichen Hexenverfolgung spielt, durchlief diesen Lackmustest während eines Focus- Interviews mit Bravour. Erwartungsgemäß absolvierte sie die obligatorische Gesinnungsfrage musterschülerhaft! „Mit Blick auf die Pegida sagt Bodenbender, der Film zeige, wohin es führe, wenn Menschen in Epochen des Umbruchs nach Sündenböcken suchen.“ Klar! An solchen einstudierten Antworten kann man allerdings auch sehen, dass selbständiges Denken nicht mehr gefragt ist und auch, wohin völlige Verblödung, staatliche Einschüchterung und gleichgeschaltete Gesellschaftsfaschismen führen können. Man gibt die Antwort, die von einem erwartet wird, fühlt sich dabei weise, erhaben, wissend, moralisch überlegen und verflucht scharfsinnig und dies ganz ohne eigene geistige Kraftanstrengung, ohne die Mühen eigener Urteilsfindung und am Ende darf man sich wie ein dressiertes Hündchen eines Leckerlis und Streicheleinheiten sicher sein. Gott, wie armselig! 

Einfach mal Stopp sagen

Viel interessanter, als die aalglatte politische Meinung von Frau Bodenbender wäre doch gewesen: Nimmt sie Zucker und Milch in ihren Kaffee? Wenn ja, wie viel? Rohrzucker oder Raffinierten? Was ist ihre Lieblingsfarbe? Wie war der morgendliche Stuhlgang? Mögen Sie Scrabble? Derart oberflächlicher Dünnschiss passte doch hervorragend ins verordnete Biedermeier der neuen politisch korrekten Maulkorb- Offensive im Auftrag der Gleichschaltung. Man braucht Leute wie Frau Bodenbender, die ihren Job ganz gut hinkriegen, durch Leistung überzeugen und dann das gemeine Volk Glauben machen, sie besäßen die Kompetenz und das Wissen, zu allen möglichen Themen die Klappe aufreißen zu können.

Wird jedoch nicht die „richtige“ Meinung transportiert, endet man wie Eva Hermann-  im gesellschaftlichen Outback. Eine wirklich eigene Meinung, gebildet durch Erfahrungen, Erlebnissen und Rückschlüsse ist nicht gefragt und sogar gefährlich für die berufliche Vita. Es ist nicht erlaubt, einfach einmal „Stopp“ zu sagen- „Stopp- die Welt ist nicht schwarz-weiß und Pegida hat nichts mit Paganismus zu tun, sondern ist eine Bewegung, initiiert von Bürgern, die sich Sorgen um die nicht mehr zu übersehende und schöngeredente Entwicklung in Europa machen und die Rolle, die der Islam dabei spielt!“

Frau Bodenbender hätte auch anmerken können, dass der Film „Die Seele im Feuer“ zeigt, wohin religiöser Fanatismus und kulturelle Engstirnigkeit führen, die man sich derzeit gerade massenhaft mitimportiert. Gerade in Tagen, in denen wieder Menschen sterben müssen, weil sie nicht in ein bestimmtes religiöses Konzept passen, in Tagen der religiös motivierten Kriege, in Tagen eines nie dagewesenen Ausmaßes an Christenverfolgung wäre entschiedener Widerstand, gerade der „Eliten“ angebracht. Es wäre auch von Nöten, die teilnahmslose bis zustimmende Haltung des Großteils der Muslime in Europa zu diesen Geschehnissen anzuprangern, doch es wird lieber von bunter und weltoffener Gesellschaft geschwafelt, die sich ganz offensichtlich jeden natürlichen Selbsterhaltungstrieb abtrainiert hat.

Fazit

Wir brauchen dringend mehr weise Schauspieler, die uns, wie Frau Bodenbender die Welt erklären und jede Menge Journalisten, die weiterhin blöde, politisch korrekte Fragen stellen, damit sich jeder Durchschnittsmime wie Gandhi fühlen und wirklich denkende, freiheitsbewusste Bürger verteufeln kann! Solange billiger Opportunismus belohnt wird, als handelte es sich dabei um eine Heldentat, sollten die Gewöhnlichen, die Mittelmäßigen und die Doofen eifrig zugreifen, denn nichts in der Welt ist von Dauer!

Euer Alp Mar