Am heutigen Equal-Pay-Day bekamen wir es mal wieder so richtig um die Ohren gehauen: Frauen erhalten unglaubliche 22 Prozent weniger Lohn! So schallte es auch diese Jahr aus allen Richtung des öffentlich-rechtlichen Staatsfunks und erzeugt beim unbedarften Konsumenten den Eindruck, dass Deutschland ein feministisches Brachland sei, wo die patriachalen Strukturen es immer noch schaffen, Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld zu bezahlen als dem Manne. Ein Kommentar von Birgit Stöger.

Hurra - endlich wieder Equal-Pay-Day! (Bild: metropolico.org)
Hurra – endlich wieder Equal-Pay-Day! (Bild: metropolico.org)

Familienministerin Manuela Schwesig (SPD), die sich mit ihrer „Linksextremismus-ist-ein-aufgebauschtes-Problem“- Verharmlosung, sowie der Abschaffung der Extremismusklausel bereits heftig der Unwahrheiten bediente und nun vom linksextremen gewalttätigen Blockupy-Kindergarten ob ihrer ersatzlosen Streichung von Bundesprogrammen gegen den Linksextremismus Lügen gestraft wird – diese Vorzeigefrau ist sich auch im „Un-Equal-Pay-Theater“ für keine Posse zu schade.

So behauptet die stramme Sozialdemokratin zum diesjährigen Jubeltag in unermüdlichem Brustton der Überzeugung, dass die „Politik lange zugesehen habe und jetzt gehandelt werden müsse!“ Auch wenn Sozialisten nicht wissen, wie Wirtschaft geht – eines können sie allemal: Worthülsen kreieren. Diese sinnentleerte Hülse aus dem sozialistischen Bauchladen der Nomen trägt den wunderbaren Namen „Entgeldgleichheitsgesetz“ – und soll noch dieses Jahr „kommen“ um den „Gender Pay Gap“ – uncool gesagt: die daher phantasierte „Lohnlücke zwischen Mann und Frau“- schließen.

Von „gleichberechtigter Teilhabe“ profitieren am Ende auch die Unternehmen!

Und weil es in Deutschland immer besser und besser funktioniert, dem Bürger den sozialistischen Brei aufs Brot zu schmieren, will „Küsten-Barbie“ ein Gesetz, das Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeiter dazu verpflichtet „gerechte innerbetriebliche Strukturen“ zu schaffen. Damit das auch alles von Schwesig überwachbar wird, soll im neuen Kontrolletti-Gesetz ein Auskunftsrecht für das Ministerium der Frau Ministerin implantiert werden.

An ihrer ideologischen Seite hofft Manu die Frau Bundeskanzlerin. Für ihren Genossen und Oskar Lafontaines Ziehsohn, unserem personifizierten Lackmustest für Demokratie, dem Bundesjustizminister Heiko Maas, ist es auch ganz klar, dass „die systematische Benachteiligung von Frauen ein Ende haben muss!“ Denn, so der stramme Linkssozialist, von „gleichberechtigter Teilhabe“ profitieren am Ende auch die Unternehmen! Woher der ehemalige Juso-Vorsitzende diese Weisheit nimmt wird sein Geheiminis bleiben. Eigene Erfahrung in diesem Bereich kann man dem „ich entscheide, wer eine Schande für Deutschland ist“-Minister getrost absprechen.

Wie bekommt man so was trotz eines auffälligen pathologisches Krankheitsbildes etabliert?

Wie aber schaffen es die staatlich subventionierten Nutznießer der Gender- und Feminismusindustrie – ohne als psychopathologisch aufzufliegen – die mittlerweile nicht mehr tot zu kriegende Idee des „Gender-Pay-Gap“ – diesem Lohnlückenungerechtigkeits-Ding zu etablieren?

Eigentlich ist das – wie im Sozialismus so üblich – ziemlich einfach. In der Welt der totalen Gleichheit rechnet man so: Um den weiblichen Durchschnittslohn zu erhalten,  nehme man das Gehalt von Frauen und teile dieses dann durch die Anzahl jener Erwerbstätigen. Bei dem männlichen Gegenstück verfahre man ebenso. Fragen Sie jetzt nicht, wo man jene Menschen dazu zählt, die sich in „Genderangelegenheiten“ nicht entscheiden können oder wollen. Diese Gruppe mit 0,01413 Prozent an der deutschen Gesamtbevölkerung dürfte für die Bestimmung des Durchschnittsgehalt eher  irrelevant sein, auch wenn die mächtige LGBT-Lobby dem sexuell-toleranten Bundesbürger hier etwas anderes suggeriert.

Simsalabim – und schon hat Manu Schwesig den mathematischen Beweis, dass Männer um 22 Prozent mehr Lohn erhalten im Vergleich zu Frauen. Nachdem die feministische Entrüstungsmaschinerie einem Perpetuum mobile gleich läuft und läuft, braucht man auch gar nicht mehr so genau nachzufragen, woher denn nun dieser unglaubliche Unterschied herrührt.

Man nennt es Wahlfreiheit- meine Dame!

Machen Sie doch mal Ihre ganz eigenen Feldstudie auf. Begeben Sie sich in eine Frauenrunde und fragen Sie in einem politisch unauffälligem Moment nach der Berufswahl der anwesenden Damen. Auch bei jüngeren Semestern werden Sie feststellen, dass ein überwältigend hoher Anteil sich für Neigungsberufe entschieden hat. Kein Geheimnis dürfte sein, dass es bei Verkäuferinnen, in Pflegeberufen, Verwaltungs- und Bürojobs oder im Friseurhandwerk, aber auch im Bereich der sozialen Berufe einen immensen weiblichen Überhang gibt und diese Berufswahl zudem nicht gerade zu den gut bezahlten Erwerbstätigkeiten zählen. Quod erat demonstrandum:  Der beliebteste Ausbildungsberuf 2014 war trotz Girls Day & Co. der Bürokaufmann. Bei einem Frauenanteil von satten 74 Prozent in diesem Berufsbild wohl eindeutig die ungegenderte Bürokauffrau.

In den MINT- Bereichen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) hat der Anteil der Frauen zwar zugelegt. Dennoch ist diese Berufswahl für den größeren männlichen Teil nach wie vor attraktiver.

Trauig, so traurig: Der Umstand, dass Millionenbeträge zur Mädchenförderung und die gesellschaftlich hingenommene offene Diskriminierung von Jungen bislang keine nennenswerte Änderung ergab, hat also nichts damit zu tun, dass das weibliche Geschlecht nicht die Wahlfreiheit hätte oder ein männlich dominiertes System ihnen den Weg in die Welt der besser bezahlten technischen Berufe oder Vorstandsetagen verbarrikadieren würde.

Es hat gerade mit dieser Wahlfreiheit zu tun, und vielleicht auch mit Verantwortung oder auch einem nicht nur Geld- sondern auch neigungsorientiertem Leben, dass sich viele junge Frauen immer noch für eine Mutterrolle anstatt für eine Statistenrolle im Muttersein entscheiden und ihr Kind nicht im zarte Alter von sechs Wochen in die Verwahranstalt Namens Kinderkrippe stecken um sich selbst möglichst schnell im Beruf wieder selbst verwirklichen zu können. 2014 nahmen 60 Prozent der jungen Eltern und davon ein Großteil der Mütter ein weniger an Geld in Kauf, um zumindest die prägenden und somit immens wichtigen ersten drei Lebensjahre ihres Kindes selbst zu erleben. Und ja – es gibt einen Anteil von Müttern, die diese Wahlfreiheit nicht haben. Diese Frauen sind aber mehrheitlich nicht das Klientel von Manuela Schwesig und ihrer Genderlobby.

Wider besseren Wissens!

Es ist davon auszugehen, dass Frau Bundesfamilienministerin sehr wohl um den Umstand weiss, wie die angebliche ungeheuerliche Differenz eines 22-prozentigen Lohnunterschiedes zu Lasten der Frauen zustande kommt. Denn bereinigt man diese Zahl um die genannten  Faktoren, schrumpft der große Unterschied auf gut gerechnete sieben Prozent Verdienstunterschied.  Realistisch eher vier.

Dennoch vermittelt die „Linksextremismus-ist-ein-aufgebauschtes-Problem“- Ministerin und ihre Helfershelfer wider besseren Wissens den Eindruck, dass Frauen bei gleicher Arbeit hauptsächlich aufgrund von geschlechtsspezifischer Diskriminierung schlechter bezahlt würden.

Und jedes Jahr wird, um diese Mähr aufrecht zu erhalten, auf bundesweit über tausend, meist staatlich finanzierten Heulsusenveranstaltungen der Equal-Pay-Day zelebriert, um aufzuzeigen, dass Frauen ein Viertel weniger „wert“ seien als Männer.  (BS)