Pegida ist in Großbritannien angekommen. „Pegida United Kingdom“ startet am Samstag mit der ersten Demonstration. Nach deutschem Vorbild machen Verbände und staatlich unterstützte Stellen gegen die Demonstration mobil und kündigen Gegenveranstaltungen an.

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Pegida ist in Großbritannien angekommen (Bild: Facebook, Pegida UK)

Im nordenglischen Newcastle upon Tyne wird am kommenden Samstag die erste Demonstration des britischen Pegida-Ablegers „Pegida United Kingdom“ starten. Bisher haben mehr als 750 Menschen ihre Teilnahme zugesagt. Falls die Demonstration ein Erfolg werden sollte, sind laut britischen Zeitungen weitere Demonstrationen in London, Birmingham und Bathgate geplant.

 Keine Nähe zur Hooligan-Szene

Anmelder der Pegida-Demonstration ist der 29-jährige Matthew Pope. Newcastle, eine Kreisstadt mit gut 280.000 Einwohnern hat im Vergleich zu anderen nord-britischen Städten wie Bolton oder Manchester mit sechs Prozent einen verhältnismäßig geringen muslimischen Bevölkerungsanteil. Auf die Frage, weshalb Newcastle für den Start der britischen Pegida-Bewegung gewählt wurde,  begründete Pope die Wahl laut dem Telegraph damit, dass die Stadt kein regelmäßiger Treffpunkt von rechtsextremen Vereinigungen sei.  Man habe sich ebenfalls darauf verständigt, keine Unterstützung der Englisch Defence League (EDL) oder der British National Party (BNP) haben zu wollen. Der Pressestelle der Northumbria Police sind nach eigenen Angaben keine Beziehungen von Pegida UK zu Hooligan-Kreisen bekannt, so der Telegraph.

Die EDL entwickelte sich 2009 aus der britischen Hooligan-Szene heraus und erfuhr seither einen starken Zulauf. Die EDL wird als bedeutendste organisierte Gruppe im rechten politischen Spektrum des Vereinigten Königreichs benannt. Als Ziel gibt die EDL an, die Ausbreitung von Islamismus, Scharia und islamischem Extremismus eindämmen zu wollen und weist Rassismusvorwürfe zurück.

 „Breites Anti-Pegida-Bündnis“ nach deutschen Vorbild

Kurz nach Ankündigung der Demonstration von „Pegida United Kingdom“ formierte sich die Gegenbewegung. So wird am Samstag im etwa zehn Minuten entfernt gelegenen Allowgate eine Gegendemonstration stattfinden. Die Vereinigung „Newcastle Unites“ haben zur Veranstaltung „Newcastle Unites against Pegida“ aufgerufen. Repräsentanten der muslimischen, jüdischen, christlichen, hinduistischen und Sikh-Gemeinden haben ihr Kommen angekündigt.

Ganz nach deutschem Muster schließt sich die örtlich ansässige Amnesty International Hochschulgruppe der nahegelegen Durham University der Gegendemonstration an. Laut einem Mitglied des Hochschulkomitees habe „Großbritannien eine stolze Kultur von anti-rassistischen Protesten“. Man wolle aufzeigen, wie extrem Pegidas Ansichten seien. Die Teilnehmerzahl der Gegendemonstration werde zeigen, wie wenig Unterstützung Pegidas Forderungen hier finden.

Am Samstag findet im Fußballstadion von Newcastle United, das sich etwa 30 Minuten vom Demonstrationsort entfernt befindet, ein Fußballspiel statt. Die Fanorganisation des Vereins wurde in die Gegendemonstration bereits eingebunden und veröffentlichte auf ihrer Website unter der Überschrift „Nicht in unserer Stadt“ Aufrufe zum Protest gegen Pegida. (BS)