Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland warnt vor dem Tragen der traditionell jüdischen Kopfbedeckung, der Kippa, in Gegenden mit hohem muslimischen Bevölkerungsanteil. In einer gemeinsamen Presseerklärung mit dem Bundesinnenministerium wurde jedoch versichert, Juden seien in Deutschland sicher.

Jude zu sein in Deutschland ist wieder gefährlich (Bild: Francesca Guadagnini / flickr, Lizenz CC BY-NC-ND 2.0: siehe Link)
Jude zu sein in Deutschland ist wieder gefährlich (Bild: Francesca Guadagnini / flickr, Lizenz CC BY-NC-ND 2.0: siehe Link)

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hält es für gefährlich, wenn Juden in Gegenden mit einem hohen muslimischen Bevölkerungsanteil öffentlich die traditionellen jüdischen Kopfbedeckung, die Kippa, tragen. Zwar sollten sich Juden in Deutschland nicht aus Angst verstecken, so Schuster in einer Presserklärung. Jedoch sei die Frage, ob es „sinnvoll sei, sich in Problemvierteln, in Vierteln mit einem hohen muslimischen Anteil, als Jude durch das Tragen der Kippa zu erkennen zu geben – oder ob man da besser eine andere Kopfbedeckung trägt“.

Die Zahl antisemitischer Straftaten habe im vergangenen Jahr in Deutschland stark zugenommen, so WeltOnline. 2013 wurden 788 Fälle registriert. 2014 waren es bereits 1076, was einen Anstieg um mehr als ein Drittel bedeutet, wobei viele Straftaten nicht zur Anzeige kommen, da hier eine sehr niedrigen Aufklärungsquote vorliegt.

Gefährdungslage für Juden „unverändert hoch“

Die Gefährdungslage für die jüdische Gemeinschaft in Deutschland ist laut Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) nach den Kopenhagener Anschlägen unverändert hoch. Zum wiederholten Male ruft er zum Kampf für die Demokratie auf. De Maiziere betonte, dass „wir uns alle wünschen“, dass Juden weiterhin gerne in Deutschland leben.“ In einer gemeinsamen Presserklärung des Zentralrats der Juden in Deutschland und dem Bundesinnenministerium versicherte man sich gegenseitig, Deutschland sei für Juden ein sicheres Land.

Schuster hatte noch Ende Dezember 2014 vor Pegida gewarnt, da diese mit ihrer Kritik am Islam eine ganze Religion „verunglimpfen”.  „Sicherlich ist der islamistische Extremismus ebenso ernst zu nehmen wie andere extremistische Strömungen. Aber die Sicherheitsbehörden sind ja längst alarmiert”, beruhigte Schuster damals noch, woraufhin er durch den Publizisten Henryk M. Broder ein Appeaser genannt wurde. Wie metropolico mehrfach berichtete, nimmt die Gefährdungslage für Juden in Europa durch den zunehmenden muslimischen Antisemitismus beängstigende Ausmaße an.

Dieser gipfelt mittlerweile darin, dass französische Juden in hoher Zahl auf Grund zunehmender, meist aus dem Kreis muslimischer Migranten initiierter, Gewalttaten das Land verlassen. Die Zahl der antisemitischen gewalttätigen Angriffe stieg in Frankreich im vergangenen Jahr um 130 Prozent, so der jüdische Dachverband Crif.  Dessen Präsident, Roger Cukierman, hatte diese Woche vor dem Treffen mit dem französischen Staatspräsidenten die Aussage getätigt, dass alle Gewalttaten heute von jungen Muslimen begangen würden.

Muslimischer Judenhass europaweit

Die französischen Juden waren in massiver Weise Anschlägen, Morden und Mordversuchen, Körperverletzungen, Brandstiftungen oder Vandalismus ausgesetzt. Insgesamt gab es laut Crif im vergangenen Jahr 851 antisemitische Taten, gegenüber 423 im Jahr 2013. Dies war die höchste Zahl antisemitischer Taten in Frankreich seit 2004. Diese antisemitischen Taten stellen 51 Prozent aller rassistischen Vorfälle in Frankreich dar, dabei machen Juden weniger als ein Prozent der französischen Bevölkerung aus, betonte die Organisation.

Ein Reporter zeigte kürzlich, wie metropolico berichtete, im „Selbstversuch“ auf, dass auch in Schweden der Judenhass beängstigende Ausmaße angenommen hat. Der muslimische Judenhass in Schweden zwingt auch hier jüdische Bewohner ihrer Heimat den Rücken zu kehren.

In Großbritannien ist die Zahl antisemitischer Übergriffe ebenfalls auf einen neuen Rekordwert geklettert. Wie die Organisation Community Securtiy Trust (CST) mitteilte, haben sich die Angriffe auf die jüdische Gemeinde in Großbritannien zwischen 2013 und 2014 mehr als verdoppelt. Insgesamt wurden 1.168 antisemitische Taten gemeldet, die höchste Zahl seit Beginn der Erhebung im Jahr 1984. Der hohe Prozentsatz der daran beteiligten muslimischer Gewalttäter bleibt auch hier unerwähnt. (BS)