Ach, wie lustig! Florian wollte mal so richtig spaßig sein und hat sich für das Fastnachtstreffen in Veitshöchheim etwas ganz ganz Besonderes ausgedacht. Und weil man als Berufspolitiker unter einer permanenten Profilneurose zu leiden scheint, kann es wohl kaum der abgedroschene Cowboy oder das tumbe Funkenmariechen sein. Nein! Was ganz „Ausgeflipptes“, was ganz „Anderes“ wollten Sie diese Jahr zum bayerischen Fasching geben, oder Herr Pronold? Ein Kommentar von Birgit Stöger.

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Hauptsache lustig! Florian Pronold -Vorsitzender der SPD in Bayern (Bild: Fotomontage metropolico; Facebook-Account Florian Pronold; siehe Link)

Und so ganz der politischen Heimat entfremdet darf das „Mäschgerle“ denn auch nicht sein. Sie haben lange darüber nachgedacht, stimmts? Und nachdem Sie als Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit – puhh, klingt echt nicht prickelnd – zur Zeit nicht gerade die große Nummer sind, dachten Sie: Jetzt oder nie! Revolución!

Und dann haben Sie es einfach gemacht. Sie sind in einer stundenlanger Schminksitzung zu einem Massenmörder metamorphosiert. Toll! Und wie lustig, Herr Pronold!

Ich meine, sich „Commandante Che“ als Verkleidung auszusuchen, diese super geniale Idee konnte nicht mal von Ihrem sozialistischen Freund und Landesfraktionschef Rinderspacher getoppt werden. Obwohl der sich echt alle Mühe gegeben hat und als Ork wirklich ganz weit oben auf der Spaßmacherskala stand.

14.000 Exekutierte – Ach, wie lustig!

Wenn man sich das Kostüm eines kommunistischen Massenmörders überstülpt, lässt man sich die Laune und den Spaß bestimmt nicht durch das Leid der Opfer und deren Hinterbliebenen vermiesen. So Spaßvögel wie Sie lachen das weg! Mit einem kräftigen Hoi-hoi-hoi  ist es dann auch völlig wurscht, dass ihr karnevalistisches Vorbild Commandante Ernesto Rafael Guevara de la Serna für mindestens 179 Exekutionen politischer Regimegegner mitverantwortlich war, wobei die Dunkelziffer aller Wahrscheinlichkeit wesentlich höher sein dürfte. Ihr Che war in den 1960er Jahren – und das gilt als gesichert – für weitere 14.000 durch ihn angeordnete Exekutionen an Männern und Jungen verantwortlich. Spaßig, oder Herr Landesvorsitzender?

Viele dieser Exekutionen führte er, laut Zeitzeugen, mit großem erkennbaren Spaß selbst durch. Im selben Jahr errichtete er das erste Lager für Besserungsarbeiten – sprich ein Zwangsarbeitslager – auf der Halbinsel Guanaha, eines von mehreren hundert in den ersten Revolutionsjahren entstandenen karibischen Gulags. Eigenhändig schoss er einem Jungen in den Kopf und nahm mit sichtlicher Freude an Hinrichtungen, Folterungen und Massenvergewaltigungen teil. Haha! Was jetzt nicht zu ihrem Helau- und Alaaf-Gebaren passt: Che ließ Jazz- und Rock-Musik verbieten, da dies seiner Ansicht nach Produkte des Imperialismus seien.

Kaum eine Steigerung bei so viel Spaßigkeit möglich!

Also echt, Herr Pronold, wenn Sie mal nicht den Ehrenwimpel für die beste Verkleidung bekommen! Streitig machen kann Ihnen im bajuwarisch-sozialistischen „Lustigkeit-kennt-keine-Grenzen-Supergau“ wohl nur noch jemand in einem Adolf-Hitler-Outfit oder einem Josef-Stalin-Maskerle. Keine Sorge! Auch ihre Begleitung Sabrina Nebauer, die lustige Damen von der Südostbayernbahn, kommt mit ihrer Fidel Castro-Verkleidung nicht an Sie heran!

In diesen närrischen Zeiten, Herr Obernarr, Helau und Alaaf und auf, auf zur nächsten roten Revolución! Hauptsache lustig! (BS)