Gleich zwei Spielfilme wurden im französischen Kino abgesetzt, weil sie Muslime provozieren oder zur Gewalt auffordern könnten. Es geht um die Konversion eines jungen Muslims zum Christentum und Terrormilizen in Somalia. Gleichzeitig läuft völlig ungestört „Allah schütze Frankreich“, der die Konvertierung eines Jugendlichen zum Islam erzählt.  

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Gleich zwei Filme wurden in Frankreich abgesetzt, weil sie Muslime provozieren oder zur Gewalt auffordern könnten. Es geht um die Konversion eines jungen Moslems zum Christentum und um Terrormilizen in Somalia (Bild: Flickr; Stadtkatze; Rechte: CC BY-NC-SA 2.0-Lizenz; Original siehe Link)

In Frankreich sind laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gleich zwei Spielfilme aus den Kinos verbannt und somit der Zensur geopfert worden. In Nantes und Neuilly betraf es „Der Apostel“ von Regisseurin Cheyenne Carron, im Pariser Vorort Villiers-sur-Marne „Timbuktu“ von Abderrahmane Sissako.

Sollte der Film „Der Apostel“ aufgeführt werden, so eine Warnung des französischen Inlandsgeheimdienstes, könnte die „Ausstrahlung des Films von der muslimischen Glaubensgemeinschaft als Provokation aufgefasst werden“. Die Aufführung von „Timbuktu“ wurde in Villiers-sur-Marne  vom konservativen Bürgermeister Jacques-Alain Bénisti (UMP) untersagt: „Es liegt zwar keine konkrete Bedrohung vor, aber ich befürchtete, der Film könnte den Terrorismus verherrlichen.“

„Timbuktu“ spielt in einem malischen Dorf und zeigt dort den zunehmenden Terror durch strenggläubige muslimische Fundamentalisten. In „Der Apostel“ geht es um einen jungen Muslim, der zum Christentum konvertiert und deshalb bedroht wird. Dennoch beschließt der Konvertit, seinem Ruf zu folgen und die Verfolgung zu ertragen. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet, sein Hauptdarsteller ist für einen Preis in Cannes nominiert.

Angst vor der eigenen Courage

Der UMP-Mann Bénisti besann sich laut der FAZ und will den Film in zwei Wochen wieder ins Kinoprogramm aufnehmen. Darüber hinaus plane der von der eigenen Courage angetane Kommunalpolitiker, den Film in all jenen Schulklassen zu zeigen, in denen die Schweigeminute für die ermordeten Karikaturisten gestört wurde.

Wie unter anderem der Bild-Zeitung berichtete, provozierten zahlreiche maßgeblich muslimische Schüler die Gedenkveranstaltungen in Schulen. Mit Gedenkminuten sollte an die ermordeten „Charlie Hebdo“ Opfer gedacht werden. Durch lautes Summen oder offene Sympathiebekundungen für den Terroranschlag gestört, war diese Andacht in vielen Schulen mit hohem muslimischen Anteil kaum bis gar nicht möglich. Die Vorfälle zeigen laut Experten, wie tief der Riss zwischen den Muslimen und der übrigen Bevölkerung in Frankreich bereits gehe. Die Rede ist bereits vom „Zusammenprall der Kulturen“.

Gegenwärtig läuft in französischen Kinos auch der Spielfilm „Allah schütze Frankreich“, der die Konversion eines Jugendlichen zum Islam erzählt. (DB)