Am heutigen Freitag beginnt der Bundesparteitag der AfD. Schon vor dessen Eröffnung zeigen sich die Konfliktlinien. Markus Wegner und seine Gruppe kündigten an, die Änderung der Tagesordnung zu beantragen. Ziel: Absetzung des Tagesordnungspunktes „Satzung“. Wegner legte gegenüber metropolico dar, er sei „mittlerweile“ für die Nichtbehandlung der Satzung.

Einer der Säle, in denen der AfD-Bundesparteitag stattfindet (Bild: metropolico.org)
Einer der Säle, in denen der AfD-Bundesparteitag stattfindet (Bild: metropolico.org)

Begründet wird dieses Ziel durch die Kritiker um Wegner mit dem Hinweis auf die verschiedenen Säle, in denen der Bundesparteitag der im Jahr 2013 gegründeten AfD stattfindet. Aufgrund von organisatorischen Pannen war die Zahl der Teilnehmer zunächst nicht klar. Wegen fehlender Bestätigungen der Anmeldungen hatten sich Mitglieder mehrfach angemeldet. Nachdem dieser Fehler behoben war, wurde seitens der Organisatoren die Teilnehmerzahl unterschätzt. Daher musste ein weiterer Saal angemietet werden.

Motto der Kritiker: „No, Sir“

Wegner und seine Mitstreiter sehen sich in der Möglichkeit der Einflussnahme und der Absprache untereinander durch die verschiedenen Säle eingeschränkt. Manche machen auch einen Ladungsmangel geltend, weil die in der Ladung angegebene Adresse bei vielen Delegierten nicht richtig angegeben war.

AfD-Delegierter mit „No, Sir!"-Plakat (Bild: metropolico.org)
AfD-Delegierter mit „No, Sir!“-Plakat (Bild: metropolico.org)

Der Bundesvorstand weist die Kritik bisher zurück und will am geplanten Ablauf festhalten. Um dagegen ihren Protest zu artikulieren, wollen die Kritiker ihren Unmut mit dem Slogan „No, Sir“ für ihre Position werben.

Aber auch programmatisch ist vor dem Parteitag durch Alexander Gauland, den Landesvorsitzenden in Brandenburg, einige Unruhe entstanden. Dessen Forderung, keine Zuwanderung mehr aus muslimischen Ländern zuzulassen, wurde durch Bernd Lucke mit Verweis auf die Beschlusslage zurückgewiesen. Für 16 Uhr 30 Uhr wurde von der AfD ein Pressegespräch angekündigt. (CJ)