Der Chef der radikal-islamischen Terror-Organisation Hamas hat überraschend einen Kongress der türkischen Regierungspartei AKP in der zentralanatolischen Stadt Konya besucht. In seiner Rede beschwor Khaled Maschaal die Freundschaft zwischen der Türkei und den Palästinensern. Vor Anhängern der islamischen AKP gab er seiner Hoffnung Ausdruck, „Palästina und Jerusalem” gemeinsam mit der Türkei eines Tages befreien zu können.

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Chef der Terror-Organisation Hamas, Chaled Maschaal, lässt sich in der Türkei feiern und beschwört die Freundschaft zwischen dem NATO-Partner Türkei und den Palästinensern (Bild: Trago; Quelle: Wikipedia, Rechte: CC BY-SA 3.0-Lizenz, Original: Siehe Link)

Der Kopf des Exil-Politbüros ist der 1956 nahe Ramallah im Westjordanland geborene Hamas-Chef Chaled Maschaal. Als Teenager schloss er sich der Muslim-Bruderschaft an, um dann später auch der Hamas beizutreten und 1990 deren Leitung zu übernehmen. Israel wirft ihm vor, die erste Intifada, den ersten palästinensischer Volksaufstand, mit organisiert zu haben. 1997 überlebte Maschaal  in Amman einen Tötungsversuch des israelischen Geheimdienstes. Er lebt heute in Katar. 

Auf dem Weg zum Sieg: Mit der Türkei „Palästina und Jerusalem befreien“

Von dort aus reiste Maschaal nun zum „Überraschungsbesuch“ in die Türkei, um laut der Online-Ausgabe der englischsprachigen Hürriyet die Souveränität Israels in Frage zu stellen. Vor Anhängern der islamischen AKP gab er laut dem Spiegel seiner Hoffnung Ausdruck, „Palästina und Jerusalem“ gemeinsam mit der Türkei eines Tages befreien zu können. Allah sei „mit uns und mit euch auf dem Weg zum Sieg.“  

Die Ansprache des Terroristenführers wurde immer wieder von Rufen wie „Allah ist größer“ und „Nieder mit Israel“ unterbrochen. Zuvor hatte der türkische Premierminister Ahmet Davutoglu den Überraschungsgast persönlich dem Publikum vorgestellt. Mashaal gratulierte den AKP-Parteianhängern dazu, Davutoglu und den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan als „Führer“ zu haben. Eine demokratische, stabile und fortschrittliche Türkei sei für alle Muslime eine Quelle der Kraft, fügte Mashaal hinzu. Erdogan sagte laut der Nachrichtenagentur Anadolu, sein Land werde für Palästina eintreten.

Erdogan sei ein „bekannter Supporter“ der islamischen Organisation

Bereits Ende November übte, wie metropolico berichtete, der israelische Verteidigungsminister Mosche Jaalon scharfe Kritik an der Türkei und warf dieser vor, die radikal-islamische Hamas zu unterstützen. Zusammen mit Katar sei die Türkei die „Führer der Achse der Muslimischen Bruderschaft“. Die Hamas habe zwei Terror-Zentralen: Gaza und Istanbul, so der Verteidigungsminister.

Das NATO-Mitglied Türkei spiele ein „zynisches Spiel“. Jaalons herbe Kritik an der Türkei und deren Präsidenten Erdogan mündete in der Aussage, dass die Türkei zusammen mit dem Emirat Katar die „Führer der Achse der Muslimischen Bruderschaft“ seien. Präsident Erdogan sei ein „bekannter Supporter“ der islamischen Organisation.

Mitte Dezember hatte zudem der Europäische Gerichtshof (EuGH) die EU angewiesen, die islamistische Hamas von der Terrorliste zu streichen. Die Richter monierten, dass die Staatengemeinschaft sich 2001 bei ihrer Beurteilung der radikalislamischen Gruppierung vor allem auf Informationen aus dem Internet und der Presse berufen hatte. (DB)