Frankfurt: Man kann seine Respektlosigkeit gegenüber deutschen Behörden kaum deutlicher zum Ausdruck bringen, als dies ein 18 Jahre alter Afghane am vergangenen Dienstag auf einem Gerichtsflur des Frankfurter Amtsgerichts getan hat. Eine Pressemitteilung des Polizeipräsidiums zeigt, welchen Grad der Kapitulation die deutsche Justiz bereits erreicht hat.

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Wegweiser zu den Justizbehörden in Frankfurt am Main (Bild: gemeinfrei)

Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Frankfurt am Main machte am vergangenen Freitag auf Ihrer Internetseite unter der Überschrift „Dreistigkeit im Gerichtsflur – Zeugen „Gras“ angeboten“ öffentlich, wie wenig wehrhaft die deutsche Justiz geworden ist.

Gemeinsam als Zeugen für eine Gerichtsverhandlung geladen warteten ein 18 Jahre alter Afghane und ein 21-jähriger Landsmann vor dem Gerichtssaal des Frankfurter Amtsgerichts. Ein etwas abseits stehender Polizeibeamter in zivil sowie weitere andere Zeugen trauten ihren Augen und Ohren nicht, was sie von beiden dargeboten bekamen.

Respekt-Nulllinie unterschritten

Lautstark und ungeniert brüsteten sie sich mit eigenen Straf- und Gewalttaten in der Vergangenheit und wie sehr sie die Polizei, den Staat und nicht zuletzt die Justiz lächerlich finden und an der Nase herumführten. Der mit zahlreichen Gewalt- und Eigentumsdelikten bekannte Intensivtäter hatte offenbar einschlägige Erfahrung.

Über einen Richter, der offenbar ein Ordnungsgeld von 200 Euro wegen unentschuldigtem Fernbleiben beim ersten Termin verhängt hatte, äußerten sie sich beleidigend und gleichgültig. Vorbeilaufenden Gerichtshelferinnen wurde schamlos hinterher gepfiffen, und einem vorbeigehenden Richter, den man offenbar von früher kannte, rief man Beschimpfungen hinterher.

Einstellung wegen Lappalie erwartet

Schließlich gipfelte das unflätige Verhalten in dem konkreten Angebot an den in zivil anwesenden Beamten, „Gras“ zu kaufen. Obwohl dieser mehrfach ablehnte, ließ der als Intensivtäter bekannte 18-jährige nicht locker. Zur Untermauerung lästerte er über die laschen Sicherheitskontrollen und zog eine Tüte mit Marihuana aus der Hosentasche und hielt es dem Beamten unter die Nase.

Es folgte seine vorläufige Festnahme. Obwohl kurz verärgert, erklärte er kurz darauf, dass sein Verhalten nicht mehr als eine Lappalie sei und solche Strafverfahren von der Justiz „ohnehin eingestellt werden“. Mit Desinteresse und in Erwartung einer erneuten „Einstellung“ seines neuen Strafverfahrens verabschiedete er sich nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen. (DB)