Berlin: Der Berliner Senat hat wegen einer Masern- und Windpockenepedemie unter Asylbewerbern einen Aufnahmestopp verhängt. Mindestens bis Dienstag wird Berlin keine neuen Migranten mehr aufnehmen.  Linke fordern für Migrantenunterkünfte den Umbau von landeseigenen Immobilien.

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Wegen Masern und Windpocken herrscht in mehreren Berliner Flüchtlingsheimen ein Aufnahmestopp (Bild: CDC Global, Quelle: Wikipedia, Rechte CC BY-SA 2.0-Lizenz, Original: Siehe Link)

Seit Freitag nehmen die sechs Erstaufnahmeeinrichtungen in Berlin keine weiteren Migranten auf, wie LaGeSo-Präsident Franz Allert am Freitag dem rbb mitteilte. Die Sperre sollte ursprünglich nur bis Donnerstag wirksam sein. Grund sind die in den Flüchtlingsheimen grassierenden Masern- und Windpocken-Fälle, aber auch die Überfüllung der Asylunterkünfte. Da die Seuche bisher nicht eingedämmt werden konnte, wurde die Frist verlängert. 

Der Senator für Soziales, Mario Czaja (CDU), hat das Bundesamt für Immigration und Flüchtlinge laut Tagesspiegel darum gebeten, vorerst keine neu angekommenen Migranten nach Berlin zu schicken. Einwanderer, die auf eigene Faust nach Berlin reisen, erhalten von der Stadt Gutscheine für Hostels, solange die Ansteckungsgefahr andauert. 

Landeseigene Immobilien  umbauen

Wie der rbb weiter berichtet, habe die sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus, Elke Breitenbach, Czaja Konzeptlosigkeit vorgeworfen. Breitenbach sagte, seit zwei Jahren würden für die Migranten immer nur Notunterkünfte geschaffen. Das sei auf Dauer aber keine Lösung. Czaja sage selbst, dass es landeseigene Immobilien gebe, die innerhalb von sechs bis neun Monaten umgebaut werden könnten. 

Insgesamt rechnet der Senat derzeit mit 12.000 Migranten jährlich. Um alle Asylbewerber unterzubringen, fehlen in Berlin jedoch mehrere hundert Wohnungen, so die Völkerrechtlerin und Berlins Integrationsbeauftragte Monika Lüke. Berlin wirbt derzeit massiv um privaten Wohnraum für die Migranten. (BS)