Eine für den 15. November in Hamburg geplante Demonstration der Hooligans gegen Salafisten (HoGeSa) wurde wieder abgesagt. Nach den Ausschreitungen bei der HoGeSa-Kundgebung am Sonntag in Köln hatte die Hamburger Polizei bereits angekündigt, ein Verbot der Demonstration zu prüfen. Was aus der für denselben Tag in Berlin geplanten Kundgebung wird, ist bislang unklar.

Nachdem sich zwei verschleierte Musliminnen am Fenster gezeigt hatten, schützt die Kölner Polizei das Haus (Bild: metropolico.org)
Nachdem sich zwei verschleierte Musliminnen am Fenster gezeigt hatten, schützte die Kölner Polizei das Haus (Bild: metropolico.org)

Wie die Hamburger Polizei metropolico am Donnerstag bestätigt hat, ist die Anmeldung für die am 15. November geplante Demonstration der „Hooligans gegen Salafisten“ wieder zurückgezogen worden.

Die Demonstration war unter dem Motto „Europa gegen den Terror des Islamischen Staates“ von einer Privatperson angemeldet worden. Wegen der zu befürchtenden Ausschreitungen hatte die Polizei Anfang der Woche erklärt, sie prüfe „als allerletztes rechtliches Mittel“ auch ein Verbot der Veranstaltung. Ein solches Verbot wurde auch von der Hamburger CDU gefordert. Nach den Straßenschlachten bei der HoGeSa-Kundgebung in Köln hatte sich die Hamburger Polizei auf einen Großeinsatz vorbereitet.

Nach Anblick verschleierter Musliminnen schlug Kölner Kundgebung um

Bei der Demonstration am Sonntag waren mehrere tausend Menschen dem Aufruf der HoGeSa gefolgt. Anfänglich hatte alles nach einer friedlichen und patriotischen Veranstaltung ausgesehen. Ungefähr eine Viertelstunde nachdem die Demonstration den Breslauer Platz verlassen und sich auf den Weg durch die Kölner Innenstadt gemacht hat, wurde ein am Wegesrand stehendes Haus plötzlich aus dem Demonstrationszug heraus mit Feuerwerkskörpern beworfen. Gleichzeitig rannte eine größere Anzahl von Hooligans auf das Haus zu. Die Polizei zog sofort starke Kräfte vor dem Haus zusammen, um dessen Bewohner zu schützen. Die Junge Freiheit berichtete später, dass die Aggressionen dadurch ausgelöst wurden, dass sich zwei verschleierte Musliminnen kurz an einem Fenster des Hauses gezeigt hatten.

Nachdem etwa zehn Minuten später Polizisten und Journalisten mit Flaschen und Böllern beworfen wurden, setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Kurz darauf wurde die Kundgebung vom Veranstalter vorzeitig beendet. Was aus der ebenfalls für den 15. November in Berlin geplanten HoGeSa-Kundgebung werden soll, ist zur Stunde noch nicht bekannt. (PH)