Die linke Ikone Che Guevara soll aus dem Berliner Stadtbild verbannt werden. Die Berliner CDU-Fraktion ist der Ansicht, der „Revolutionär war ein brutaler Gewalttäter“. In der Augsburger CDU dagegen hat man mit dem Massenmörder Che keine Berührungsängste.

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Che Guevara – ein kommunistischer Massenmörder (Bild: CDU – KAS/ACDP 10-029 : 253, CC-BY-SA 3.0 DE, Rechte: CC BY 3.0-Lizenz, Quelle: Wikipedia, Original: Siehe Link)

Auf keiner linken Demo darf sein Gesicht fehlen. Auf T-Shirts und Fotos starrt er einem seit Jahren entgegen. Ernesto Rafael Guevara de la Serna (1928-1967) Konterfei „ziert“ in besonderem Maße das Berliner Stadtbild. Jetzt will die CDU „Che“ aus der Stadt verbannen.

Kinder und Jugendliche werden von diesem falschen Idol angesprochen

Der CDU-Abgeordnete in der Bezirksverordnetenversammlung Tempelhof-Schöneberg, Matthias Steuckardt (CDU), sieht in der linken Ikone einen brutalen Gewalttäter. Laut der Bz-Berlin begründet der 35-Jährige seinen Vorstoß damit, dass Che Guevara, der 1959 das Gefängnis von Cabana leitete, verantwortlich für die Erschießung vieler Menschen sei. Unter ihm fanden Tausende Katholiken und Homosexuelle den Tod. Da sich gerade Kinder und Jugendliche von diesem falschen Idol angesprochen fühlten, sollte in einem demokratischen Staat solche Personen kritisch gesehen werden, so Steuckardt.

Deshalb fordert die CDU eine Aufklärungskampagne. Manchmal sei es schlicht Ahnungslosigkeit geschichtlicher Zusammenhänge, wenn bei meist junge Menschen dieser Massenmörder zum chicen Modesymbol avanciert. Man wolle den Bildungssenat auffordern, die Pädagogen mit einem Rundbrief über Che so auszustatten, dass diese mit den Schülern fundiert diskutieren können.

CDU-Augsburg hat keine Berührungsängste mit einem Massenmörder

Die CDU-geführte Schwabenmetropole Augsburg unter ihrem OB Kurt Gribl (CDU) indes hat keinerlei Berührungsängste im Umgang mit dem Massenmörder Che. Sie erhebt ihn sogar zur Werbe-Ikone im Gastrobereich des traditionsreichen Curt-Frenzel-Eisstadion. Der bekannte Eishockey-Club Augsburger Panther, der aktuell in der Deutschen Eishockey Liga spielt, trägt dort seine Heimspiele aus. Betreiberin des Eisstadions ist die Stadt Augsburg. Bei der Neukonzeption des Eisstadions wurde auf eine Stadiongaststätte verzichtet. Für das leibliche Wohl der AEV-Zuschauer sorgen, wie metropolico berichtete, der Unternehmer und langjährige Sponsor Stefan Meitinger und Mitinhaberin Sabine Grüner. Der Unternehmer firmiert unter dem Namen BOB´s Gastronomie- und Veranstaltungs- GmbH und trägt in seinem Firmenlogo das Konterfei von Ernesto Rafael Guevara de la Serna – kurz „Che“.

metropolico befragte die Trägerin des Stadions, die Stadt Augsburg, weshalb eine Lizenz an einen Unternehmer vergeben werde, der in seinem Firmenlogo einen kommunistischen Massenmörder verherrlicht. Auf die Presseanfragen reagiert die schwäbische Stadtverwaltung mit der Antwort, dass das „Bildnis Ches zu den berühmtesten fotografischen Abbildungen unseres Jahrhunderts zählt. Die Assoziationen gehen dabei weit auseinander. Da jedoch keine Rechtsverstöße vorliegen, hat das Sport- und Bäderamt das Firmenlogo des Unterpächters unseres Pächters im Curt-Frenzel-Stadion zur Kenntnis genommen. Wir gehen nicht davon aus, dass Jugendliche das Tun und Wirken Che Guevaras mit der Stadt Augsburg in Verbindung bringen. Verantwortlich für Werbung ist der Werbetreibende.“

Somit weisen die Verantwortlichen der Stadt Augsburg Verantwortungen jeglicher Art von sich – Che´s Konterfei prangt nach wie vor über dem Eingangsbereich des von vielen Jugendlichen besuchten Augsburger Eishockey-Stadions.

„Ché – ein skrupelloser Fanatiker, an dessen Händen das Blut unzähliger Menschen klebt“

Mit eindeutigen und klaren Worten wurde die metropolico-Anfrage durch die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Deutschland beantwortet. Die Nichtregierungsorganisation IGFM, mit Beobachtungsstatus im Europarat, ist eine der größten und mitgliederstärksten Menschenrechtsorganisationen und zählt weltweit über 35.000 Mitglieder.

metropolico fragte nach, wie der IGFM die Person „Che“ Guevara einordne. Die Antwort des IGFM umfasste einen Medienhinweis, der auf eine Protestaktionen in Polen verwies. Die Kaufhauskette C&A, die T-Shirts ebenfalls mit dem Konterfei von Ernesto „Ché“ Guevara anbot, musste diese aufgrund von heftigsten Protesten aus den Geschäften zurück ziehen. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, fand eindeutige Worte und zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung von C&A – wenn auch nicht damit, dass C&A die T-Shirts mit seinem Konterfei überhaupt erst zum Verkauf angeboten hatte.

„Ché Guevara war ein skrupelloser Fanatiker, an dessen Händen in Kuba wie auch anderswo in Südamerika das Blut unzähliger Menschen klebt”, so Lessenthin. „Es ist nicht akzeptabel, dass ein Unternehmen ihn benutzt, um seine Waren zu verkaufen – ebenso wenig, wie es bei irgendeiner anderen Schreckensgestalt des 20. Jahrhunderts wäre. Damit Unternehmen wie C&A das erkennen, sollten nicht erst massive Proteste notwendig sein.”

Hätte man sich für die Friedenstadt Augsburg einen sorgfältigeren und kritischeren Umgang mit historischen Mordgestalten wie Che Guevara gewünscht, so verwundert die Entscheidung in der Berliner Bezirksverordnetenversammlung indes nicht. Die linken Fraktionen machten mit dem ambitionierten Vorhaben der CDU jedoch kurzen Prozess: Der Antrag wurde abgelehnt. (BS)

Siehe auch: Der gute Massenmörder