Die NATO hat Russland vorgeworfen, in der Ukraine Panzer und Soldaten einzusetzen. Der russische Präsident Putin verglich zur Antwort die ukrainische Armee mit der deutschen Wehrmacht. Eine Mitglieder-Umfrage der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ brachte hervor, dass nur 22 Prozent der Befragten eine Unterstützung Russlands wollen.

Russischer T-72-Panzer (Bild: Jno, Quelle: Wikipedia, Rechte: CC BY-SA 1.0-Lizenz, Original: Siehe Link)
Russischer T-72-Panzer (Bild: Jno, Quelle: Wikipedia, Rechte: CC BY-SA 1.0-Lizenz, Original: Siehe Link)

Wie das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) berichtete, gebe es klare Beweise für die Präsenz russischer T-72-Panzer in der Ukraine. Allerdings würden sich die USA und andere westliche Länder hierzu weiter zurückhalten, um sich nicht mit Aussagen über eine von Moskau befohlene und durchgeführte Invasion selber unter Zugzwang zu setzen. Lediglich NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verschärfte laut des SRF nach einer Krisensitzung des Bündnisses am Freitag den Ton und sprach davon, dass sich russische Truppen und Waffen illegal in der Ostukraine befänden. Russische Streitkräfte seien direkt an Militäroperationen im Land beteiligt, laut NATO sollen inzwischen mindestens 1.000 russische Soldaten in der Ukraine sein.

Der russische Präsident Wladimir Putin sagte bislang nichts zu diesen Vorwürfen. Stattdessen verglich er laut der Rheinischen Post am Freitagnachmittag die ukrainischen Truppen, die auf Zivilisten schössen und Städte im Osten des Landes umkreist hätten, mit der deutschen Wehrmacht, die von 1941 bis 1944 die sowjetische Stadt Leningrad belagert hat. Die Einwohner im Osten der Ukraine würden mit Gewalt unterdrückt“, weil sie nicht mit dem Putsch“ in Kiew im Februar einverstanden seien.

NATO-Mitgliedschaft der Ukraine nur theoretisch möglich

Zur Verschärfung der Tonlage dürfte aber auch die Tatsache beigetragen haben, dass wieder über eine mögliche NATO-Mitgliedschaft der Ukraine gesprochen wird. Seit Jahren wurde diese Frage kaum noch diskutiert. Rasmussen sagt dazu, die Ukraine könne NATO-Mitglied werden, sofern sie das wolle und die Bedingungen dafür erfülle. Letzteres ist jedoch nicht der Fall, denn das westliche Militärbündnis nimmt keine Mitglieder mit Grenz- und Territorialkonflikten auf. Auch erfüllt die ukrainische Armee die NATO-Standards bei weitem nicht.

Wie metropolico berichtete, gibt es in der Alternative für Deutschland (AfD) heftigen Streit über die Haltung der Partei zur Krise um die Ukraine. Eine im August veröffentlichte Mitgliederbefragung der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative“ brachte jedoch Überraschendes hervor: Nur knapp 21 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, die russische Position zu unterstützen. Lediglich 5 Prozent wollen eine Unterstützung der Ukraine. Mehr als 54 Prozent der Befragten wollen jedoch, dass Deutschland in dieser Krise eine Rolle als Friedensvermittler“ einnimmt. Ein Austritt Deutschlands aus der NATO wird von der deutlichen Mehrheit der Befragten abgelehnt: 64 Prozent wollen, dass Deutschland auch weiterhin Mitglied im nordatlantischen Verteidigungsbündnis bleibt. Nur 27 Prozent sprachen sich für einen Austritt aus der NATO aus. (PH)