Dortmund: Die Polizei hat die von Linken besetzte Kirche geräumt. Die Staatsanwaltschaft hat gegen die Steinewerfer Ermittlungen wegen versuchten Totschlags eingeleitet. Und der katholische Pfarrer hat den Kirchenbesetzern versichert, dass die Kirche nicht für die Räumung verantwortlich sei.

Die seit Freitag besetzte St. Albertus Magnus-Kirche (Bild: Rudko, Quelle: Wikipedia, Rechte: Public Domain, Original: Siehe Link)
Die fast eine Woche von Linken besetzte St. Albertus Magnus-Kirche (Bild: Rudko, Quelle: Wikipedia, Rechte: Public Domain, Original: Siehe Link)

Wie metropolico berichtete, haben am vergangenen Freitag Linke eine profanierte Kirche in der Dortmunder Nordstadt besetzt. Am Samstag wurden aus dem Gebäude heraus Polizisten mit Steinen beworfen. Die Kirchenbesetzer rechtfertigten das als „Abwehr von Neo-Nazis“, die die Polizei nicht auf Abstand gehalten haben soll. Die Staatsanwaltschaft jedoch wertete die Würfe mit Steinen als versuchtes Tötungsdelikt und veranlasste eine Durchsuchung der besetzten Kirche. Wie der Nordstadtblogger berichtete, setzte eine Einsatzhundertschaft am Donnerstag den Durchsuchungsbeschluss durch. Die Besetzer widersetzten sich nicht und zogen sich zunächst in einen Turm zurück. Die Beamten fanden bei der Durchsuchung auch Pfefferspray und Eisenstangen, die sie als Waffen identifizierten. „Aber sicher nur zur Abwehr von Neo-Nazis, nicht von Polizisten“, so der Kommentar eines Beamten.

Von 38 „Besetzer*innen“ wurden die Personalien erfasst, alle erhielten weiträumige Platzverweise. Damit kommt die Durchsuchung faktisch einer Räumung gleich. Das Gebäude soll als Tatort gesichert werden, auch Politiker und Journalisten durften im Verlauf der Maßnahme nicht mehr in die Nähe des Gebäudes. Birgit Rydlewski, Landstagsabgeordnete der Piraten-Partei und Unterstützerin der Besetzer, war empört darüber, wie sie von den Polizisten zurückgewiesen wurde: „Die Olle kommt hier auf keinen Fall rein“, soll die Abgeordnete zu hören bekommen haben.

Pfarrer: Kirche hat Räumung nicht veranlasst

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte die Entscheidung der Dortmunder Staatsanwaltschaft, gegen die linken Steinewerfer wegen versuchten Totschlags zu ermitteln. Dies sei ein wichtiges Signal zur Stärkung des Rechtsstaates: „Wer den Tod anderer Menschen billigend in Kauf nimmt, ist kein politischer Held sondern Straftäter. Deshalb muss er auch mit aller Härte des Gesetzes verfolgt werden“, sagte GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert am Freitag in einer Presse-Mitteilung. „Gewalttätige Angriffe auf politische Gegner und auf Polizisten sind in einem Rechtsstaat nicht hinnehmbar“, so Plickert weiter. Pfarrer Ansgar Schocke jedoch verfolgte die Räumung betroffen und versicherte den sogenannten Linksautonomen, dass die Kirche die Räumung nicht veranlasst habe. (PH)

Der Artikel wurde am 02.09.14 um 23 Uhr 45 geändert. Grund: Pfarrer Ansgar Schocke bestand am Sonntag gegenüber metropolico in einer e-Mail darauf, dass seine Beteuerung gegenüber den Kirchenbesetzern, die Kirche habe die Räumung nicht veranlasst, nicht als Entschuldigung für die Räumung zu verstehen sei: „Wie kann ich mich für etwas entschuldigen, was ich nicht zu verantworten habe“, so Schocke wörtlich. metropolico bittet die verspätete Bearbeitung seiner Mail zu entschuldigen.