Das griechische Gesundheitsministerium hat am Freitag einen weiteren Ebola-Verdachtsfall gemeldet. Vorher ist ein Ebola-Patient in Spanien gelandet. Somit ist Ebola in Europa angekommen. Angeblich stellt Ebola aber, trotz massenhafter Einwanderung aus den betroffenen Gebieten, keine Gefahr für Europa dar.

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Ebola soll trotzt massenhafter Einwanderung aus den betroffenen Gebieten keine Gefahr für Europa darstellen (Bild: Chmee2, Quelle: Wikipedia, Rechte: gemeinfrei; Original: Siehe Link)

Bei dem neusten Ebola-Erkrankten auf europäischem Boden soll es sich um einen Architekten aus Griechenland handeln, der kürzlich aus Nigeria zurückgekehrt ist. Griechenland und Spanien sind nach den USA zwei weitere westliche Staaten, die mit Ebola infizierte Staatsbürger aus Westafrika heimgeholt haben.

WHO ruft internationalen Gesundheitsnotfall aus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Ebola-Epidemie in Westafrika inzwischen zum internationalen Gesundheitsnotfall erklärt. Eine koordinierte internationale Reaktion sei nötig, um eine weltweite Ausbreitung des Virus zu stoppen, erklärte die WHO laut WeltOnline nach einer zweitägigen Krisensitzung in Genf. Es ist erst das dritte Mal, dass die WHO einen derartigen Notfall ausruft. Die Regierungen sollten auf die Rückführung von Bürgern vorbereitet sein, die möglicherweise Ebola ausgesetzt waren, rät die WHO.

Die Gefahr einer Ausbreitung von Ebola in Europa schätzen Experten laut den Medien als sehr niedrig ein. EU-Gesundheitskommissar Toni Borg sagte, dass relativ wenige Menschen in die EU einreisten, die mit dem Virus infiziert sein könnten.

Durch Armutsmigration aus Afrika besteht keine Gefahr

Bislang war jedoch keine offizielle Stellungnahme zu vernehmen, welches Risiko die zu Abertausenden über das Mittelmeer nach Europa einreisenden afrikanischen Armutsflüchtliche in Bezug auf den Ebola-Virus bedeuten. Wie metropolico mehrfach berichtete, erfährt Europa eine noch nie dagewesene Migrantenwelle aus Afrika. Darunter Tausende von Migranten aus den von Ebola betroffenen Gebieten wie Nigeria oder Liberia, das zu den am schlimmsten betroffenen Ländern zählt.

Dass der Ebolavirus für Europa bedrohlich werden könnte, sei „extrem unwahrscheinlich“, so Thomas Löscher, Professor an der Abteilung für Infektions- und Tropenmedizin der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Industrieländer verfügten über ein so effektives Gesundheitssystem, dass man einen Ebola-Einzelfall durch Isolation gut behandeln könne.

Hochansteckender Virus aus Saudi-Arabien beunruhigt WHO

Aber fast unbemerkt breitet sich derweil ein anderer tödlicher Virus aus. Das Coronavirus MERS tauchte Anfang Mai erstmals in den USA auf. Seit der Entdeckung im September 2012 sind in Saudi-Arabien mehr als hundert Menschen an einer Erkrankung gestorben. In Deutschland gab es bislang zwei Fälle, einer davon endete tödlich.

Die genaue Herkunft und Übertragung von Mers sei noch unklar, so die ÄrzteZeitung. Mangelnde Hygiene und eine weiterhin aktive, noch immer nicht abschließend bekannte Quelle des MERS-CoV-Ausbruchs stellen ein enormes Risiko für zahlreiche weitere Infektionsfälle dar. Die gefährdeten Länder sind  laut WHO auch hier vor allem in Afrika. Seither gelten strenge Vorschriften im Umgang mit Kamelen, die als Überträger der Krankheit vermutet werden.

Zuletzt hatte sich die Weltgesundheitsorganisation WHO besorgt gezeigt, MERS-CoV könnte ein Risiko für die diesjährige große Pilgerfahrt der Muslime darstellen. Jedes Jahr kommen Millionen Wallfahrer zur islamischen Hadsch nach Saudi-Arabien. Sie beginnt dieses Jahr Anfang Oktober. (BS)