München: Das ifo-Institut sieht dunkle Wolken am Himmel aufziehen. Die aktuelle wirtschaftliche Lage verharrt in ihre Beurteilung auf einem niedrigen Niveau. Nun hätten die Erwartungen für das nächste Halbjahr allerdings ebenfalls deutlich nachgegeben. Der ifo Index für die Wirtschaft im Euroraum ist im dritten Quartal von 123,0 auf 118,9 Punkte gesunken. Gründe der durch ifo befragten Experten: Furcht vor steigenden Energiepreisen und Einschränkungen beim Export durch den Ukraine-Konflikt.

Sieht dunkel Wolken am Horizont aufziehen: Hans-Werner Sinn  (Bild: metropolico.org)
Sieht dunkel Wolken am Horizont aufziehen: Hans-Werner Sinn (Bild: metropolico.org)

Vorherige Verbesserungen der Lagebeurteilung im 2. Quartal 2014 seien nun wieder auf das niedrige Niveau zu Jahresbeginn zurückgekehrt. Vor allem in Finnland und Estland, zwei Länder mit ausgeprägtem Russlandgeschäft, hätten sich die derzeitige wirtschaftliche Lage deutlich eingetrübt. Nur in Irland, den Niederlanden und Österreich zeichnet sich eine leichte Verbesserung auf gedämpftem Niveau ab. Deutschland sticht weiterhin mit einer sehr guten wirtschaftlichen Verfassung heraus.

Erwartete Inflationsrate kontinuierlich gesunken

Die Konjunkturerwartungen für die nächsten sechs Monate für den Euroraum liegen nach Darstellung des ifo Instituts zwar noch auf hohem Niveau, seien aber weniger optimistisch als im Vorquartal. In Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und Slowenien berichteten die befragten Wirtschaftsexperten nach wie vor von schwierigen Finanzierungsbedingungen für Unternehmen. Allerdings scheine die Kreditvergabe etwas weniger restriktiv als noch im Januar zu sein. In Deutschland schätzen die von ifo befragten Experten die Vergabe dagegen als nicht restriktiv ein.

Die erwartete Inflationsrate ist seit Ende 2012 kontinuierlich gesunken. Sie liegt nun für 2014 bei 1,1 Prozent, was die EZB für zu niedrig hält. Die EU-Zentralbanker aus Frankfurt haben eine Inflationsrate von zwei Prozent zum Ziel. In diesem Umfeld werden die Kurzfristzinsen im nächsten halben Jahr nach Meinung der Befragten auf dem derzeit niedrigen Niveau verharren. Wie schon bei der vorausgegangenen Umfrage erwarten nur wenige Teilnehmer auf Sicht von sechs Monaten einen Anstieg der langfristigen Zinsen. (metropolico)