Mindestens so "rassistisch" wie Gauchogate: "Deutsche Frauen, deutsches Bier, Schwarz-Rot-Gold ich steh zu Dir (Bild: metropolico)
Ein Deutschland-Schal, mindestens so „rassistisch“ wie Gauchogate: „Deutsche Frauen, deutsches Bier, Schwarz-Rot-Gold ich steh zu Dir“ (Bild: metropolico)

Frank-Furter Schnauze: Von Gauchogate bis Judenhass | Zwei Fälle, eine Story: Was es mit der rotgrünen Scheinmoral wirklich auf sich hat. Lasset uns bücken und singen: So gehen die Medien, die Medien die gehen so. Und aufstehen und brüllen: So geht die Wahrheit, die Wahrheit die geht so!

Deutschland ist Weltmeister. Doch die Freude hielt nicht lange. „So gehen die Argentinier, die Argentinier die gehen so“, sangen einige deutsche Nationalspieler bei der Siegesfeier am Brandenburger Tor. Gingen dabei geduckt, um daraufhin aufrecht tanzend zu singen: „So gehen die Deutschen, die Deutschen die gehen so.“ Ein Schmähgesang auf den unterlegenen Finalgegner, war man sich in Deutschlands Medien schnell sicher. Gar rassistisch fand manch einer den „Schmähgesang“, Gauchogate war geboren. Ein Skandal.

Krüppel von einem Skandal

„Mit einer üblen Persiflage auf ihren Finalgegner verspielen die deutschen Weltmeister das Image der weltoffenen, toleranten Nation“, kommentierte Frank Lübberding in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Der Satz bringt das ganze Dilemma des Establishments auf den Punkt. Wochenlang hatten Medien und Politik die Nationalmannschaft als Sinnbild für ihre allgegenwärtige, ach so holde Moral missbraucht, als Statthalter für die Mär vom neuen, bunten, toleranten, vielfältigen Deutschland, das all das schlimme Deutsche der Vergangenheit endlich überwunden hat. Da reichte schon ein kleiner, lustig gemeinter Fangesang, um einen Skandal auszulösen. Nicht etwa, weil der Gesang so schlimm gewesen wäre. Sondern, weil er nicht in jenes sinnbefreit-gute Bild passen wollte, das die Nationalmannschaft in Augen vieler Journalisten gefälligst zu zeichnen hat. Plötzlich zeigte sich: Weltmeister sind auch nur Menschen, keine werbeaffinen Moralroboter, die pausenlos so funktionieren, wie es die Medien gerne hätten.

Den ganzen Unsinn von Gauchogate brachte eine Facebook-„Freundin“ der FAZ in einem Kommentar unter dem Link zu oben genannten Artikel zum Ausdruck: „Also ich lebe in Mexico und habe das Gaucho-Video heute als Link der mexikanischen Presse gesehen. Hier lachen alle und sehen es als das was es ist: ein Spass!!!“ Mehr ist zu diesem Krüppel von einem Skandal eigentlich nicht zu sagen.

„Allahu Akbar, Scheiß Juden“

Interessant wird die Geschichte allerdings, wenn sie in Relation zu einem anderen, tatsächlichen Skandal gebracht wird, für den sich in Deutschlands ach so sehr um Moral, Toleranz und Völkerverständigung bemühten Medien jedoch irgendwie niemand so recht interessieren will. „Allahu Akbar“ und „Scheiß Juden“, tönte es am Freitag aus den Kehlen hunderter Muslime bei einer Anti-Israel-Demonstration in Essen.

Am Samstag zuvor gab es bei einer ähnlichen Demonstration in Frankfurt vergleichbar üble, antisemitische Sprechchöre. Nach einer Kundgebung auf dem Rathenauplatz zogen 2.000 überwiegend männliche Muslime über die Haupteinkaufsstraße Zeil. Die Polizei hatte die Zahl der Demonstrationsteilnehmer und deren Gewaltpotenzial unterschätzt, war mit viel zu wenigen Einsatzkräften vor Ort, konnte die Stürmung der belebten Einkaufsstraße nicht verhindern. Passanten flüchteten geradezu vor dem Ansturm des wütenden Mobs, eine Polizeibeamtin überließ in ihrer Not einem Demonstranten das Mikrofon – in der Hoffnung, dieser würde deeskalierend auf die Menschenmenge einwirken. Pustekuchen. Stattdessen ertönten israelfeindliche Parolen über den Lautsprecherwagen der Polizei. Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, war zu Recht schockiert. Zu einer Pro-Israel-Demonstration am Mittwoch auf dem Frankfurter Opernplatz erschienen allerdings nur 500 Menschen.

Wo bleibt der Aufschrei, wo bleibt die Kritik?

„Der Nahost-Konflikt ist in Frankfurt angekommen“, schrieben Katharina Iskandar und Hans Riebsamen daraufhin im Lokalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zu größerer medialer Aufmerksamkeit schafften es die Ausschreitungen in Frankfurt genauso wenig wie die Übergriffe von etwa 300 bis 400 Muslimen auf eine Pro-Israel-Demonstration am Freitag in Essen. Obwohl es sich dabei um weit mehr als nur einen scherzhaft gemeinten Jubelgesang einiger Fußballer handelt. Obwohl es purer Antisemtismus ist, der sich da flächendeckend auf Deutschlands Straßen zeigt. Und obwohl all das auf dem Boden jenes Landes geschieht, in dem sechs Millionen Juden ermordet wurden. Wo bleibt der Aufschrei, wo bleibt die Kritik? Wo sind sie alle, die im Falle der Nationalmannschaft den Hals vor lauter Scheinmoral nicht voll genug kriegen konnten?

Sie sind noch da, keine Sorge. Aber sie sagen nichts, sie schreiben nichts, ihnen fällt dazu nichts ein. Denn mehr als jedes Gauchogate ist es dieses Verhalten eingewanderter Muslime, das ihr Kartenhaus vom „neuen, bunten, toleranten, vielfältigen Deutschland“ in sich zusammenfallen lässt. Nur, dass in diesem Fall die Überbringer der schlechten Nachricht keinen Adler auf der Brust tragen und damit als kollektive Projektionsfläche der Nation, des Deutschen, herhalten könnten. Der kollektive Geist dieser Leute hat einen anderen Namen. Er trägt nicht Schwarz-Rot-Gold, die Farben des Liberalismus (!), sondern schmückt sich mit den Fahnen Palästinas und der Türkei. Es ist nicht die Fußball-Nationalmannschaft, sondern der Islam. Und für dessen Angehörige gelten offenbar ganz andere Regeln in diesem Land. Ein erschreckendes Beispiel dafür, wie an sich gute Toleranz zu ihrem scheußlichsten Gegenteil führen kann.

„Kindermörder Israel“

Der Nahost-Konflikt ist nicht erst jetzt in Deutschland angekommen, wie Iskandar und Riebsamen ihre Leser glauben machen wollen. Er ist schon lange hier. Länger, als den allermeisten Bürgern bewusst ist. Er kam schon in den 60er- und 70er-Jahren nach Deutschland, nicht etwa in Form eingewanderter Extremisten, sondern in Gestalt unserer eigenen ideologischen Amokläufer, den Anhängern der Roten Armee Fraktion beispielsweise, die sich von ihren Partnern in Palästina und im Iran zu „echten“ Terroristen ausbilden ließen. Diese Bande zwischen linken und islamischen Extremisten hält bis heute, wenn nicht personell, dann doch zumindest ideologisch und im gemeinsamen Feindbild. Immerhin brodelt es unlängst in der linksextremen Szene, zu offensichtlich ist dieser Tage die geistige Nähe zwischen Islamisten und jenen Nationalsozialisten, die man im linksextremen Milieu zu bekämpfen vorgibt. Das ist bemerkenswert, denn damit ist manch ein Mitglied der Antifa weltbildlich weiter, als das Gros der „seriösen“ Medienschaffenden, die nach wie vor ihre Sympathien für Palästina und ihre Aversionen gegen Israel pflegen; oder zumindest: nicht verbergen können. Jakob Augstein sei hier stellvertretend für die gesamte Zunft genannt.

Das äußert sich zumeist nicht in offenem Antisemtismus, wohl aber in unterschwelliger Sympathie und Antipathie, als auch und vor allem in der völligen Verzerrung der Realität im Nahen Osten. 15.000 Raketen sind nach konservativen Schätzungen seit 2007 vom Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden, ohne dass jemals allzu laute Kritik daran in deutschen Medien laut würde. Berichtet wird erst, wenn Israel sich gegen den ständigen Beschuss zur Wehr setzt. Und flächendeckend schwingt dann der Unterton mit, Israel sei der Aggressor, ein Unrechtsstaat, der seine Armee gegen ein wehrloses Volk einsetzt.

Millionen und Abermillionen Devisen flossen aus arabischen Staaten, aber auch aus der Europäischen Union und selbst aus Israel als Aufbauhilfen nach Gaza. Doch wo sind die neuen Straßen, Brücken, Gleise, Schulen, die davon gebaut werden sollten, um die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen? Nirgendwo. Stattdessen verfügt die Terrororganisation Hamas über ein offenbar gigantisches Waffenarsenal, baut Tunnel, Bunker, Raketen, Abschussrampen – und bewaffnet Zivilisten. Und kaum, dass Israel sich genötigt sieht, die ständigen Raketenangriffe mit militärischen Mitteln zu beantworten, weil einfach nichts anderes hilft, schickt die Hamas Frauen und Kinder als lebende Schutzschilde in ihre Waffenkammern – um jene Bilder und Videos zu produzieren, auf die man in den linken Redaktionsstuben des Westens so sehnsüchtig wartet. „Kindermörder Israel.“ Pfui Daibel!

Man will im Boden versinken vor Scham und Schande

Der Nahost-Konflikt mag diffizil und verworren anmuten. Und tatsächlich: Wer die Frage nach dem Historisch-Schuldigen stellt, wird keine zufriedenstellende Antwort finden. Schon deswegen nicht, da alle, die hierfür in Verantwortung zu ziehen wären, das Zeitliche gesegnet haben. Umso einfacher jedoch ist die Frage nach dem Gegenwärtig-Schuldigen zu beantworten: Der Aggressor ist die Hamas. Gäbe es deren Raketenangriffe nicht, würde auch Israels Armee nicht zum Einsatz kommen. Weil Israel ein zivilisierter, demokratischer Staat ist, dessen Regierung keinen Rückhalt in der Bevölkerung hätte, wenn sie grundlos das Militär in den Gazastreifen schicken würde. Die Hamas hingegen ist und bleibt eine Terrororganisation, deren oberstes Ziel die Auslöschung des Staates Israel ist. Und so verhält sie sich auch.

Umso beschämender ist, dass die verzerrende bis verfälschende Berichterstattung hierzulande in stetig wachsenden Antisemitismus mündet. Und zwar innerhalb der überwiegend linken deutschen Jugend genauso wie in Kreisen eingewanderter Muslime. Ausgerechnet hier, in Deutschland. Da will man als aufgeklärter Bürger dieses Landes im Boden versinken vor Scham und Schande.

Vor allem zeigt sich auf diese Weise, was es mit all den Sonntagsreden und ständigen Beschwörungen der deutschen Vergangenheit in Politik und Medien wirklich auf sich hat: Propaganda, nichts als Propaganda. Volkserziehung, Volksverdummung, was auch immer – aber mit der tatsächlichen, aufrechten und ernstgemeinten Bekämpfung des Antisemitismus hat all das nichts zu tun. Das Verhalten der Sonntagsredner und Kolumnenschreiber, insbesondere ihre „Toleranz“ gegenüber islamisch-motiviertem Antisemitismus, überführt sie alle der Lüge, der Täuschung, des Betrugs.

Kritik, Unglauben und gerne auch Verachtung

Der Vergleich zur nationalen Peinlichkeit namens Gauchogate zeigt eindrucksvoll, was es mit der Moral des gegenwärtigen Zeitgeistes auf sich hat. Während jene, die die Symbole des deutschen Staates tragen, für jede noch so belanglose Kleinigkeit kritisiert und gemaßregelt werden, kaum dass diese Kleinigkeit nur im Entferntesten gegen das eherne Gesetz der Political Correctness verstößt, gilt maximale Toleranz gegenüber hiesigen wie nahöstlichen Vertretern einer ultrareligiösen Hassideologie, deren antisemitische, rassistische und faschistoide Züge immer offener zutage treten. Das ist nicht nur wohlfeil und weltfremd, sondern vor allem: gefährlich!

Immerhin ein Gutes hat all das: Mit der geradezu peinlichen Reaktion der Medien auf Gauchogate bekamen Millionen deutsche Fußballfans am eigenen Leib zu spüren, was sonst nur „Minderheiten“ wie so genannten „Islamhassern“, „Schwulenhassern“ und „Eurohassern“ widerfährt: die gesamte Wucht der medialen Widerwärtigkeit, alles und jeden niederzuschreiben und niederzubrüllen, dessen Meinung oder Verhalten nicht in die beschämend-dumme Moral des gegenwärtigen Zeitgeistes passen will. Und wenn nur ein Bruchteil dieser Millionen Fußballfans durch diese Erfahrung dazu gebracht wurde, Kritik, Unglauben und gerne auch Verachtung gegenüber diesen Medien zu entwickeln, dann hatte all das schon sein Gutes.

Denn Kritik, Unglauben und auch Verachtung sind dringend von Nöten – nicht wegen Gauchogate, aber angesichts der erschreckenden Entwicklungen im islamischen Kulturkreis. Von Gaza über Isis und Katar bis nach Frankfurt und Essen. Es sind die Geister, die wir riefen; und die sich nicht lange bitten ließen, die Einladung anzunehmen. Nicht der Nahost-Konflikt, sondern der Islam ist in Deutschland angekommen, mit all seinen Facetten. Judenhass und Antisemitismus inklusive. Da zeigt es sich in seiner vollen Pracht, das „neue, bunte, tolerante, vielfältige Deutschland“. Was die Medien uns als Buntheit und Vielfalt verkaufen wollen, ist der beängstigende Aufstieg eines neuen Totalitarismus, der nicht weniger als die ganze Welt bedroht. Davor warnen wir Islamkritiker schon seit Jahren. Und haben bis dato immer noch mit allem Recht behalten. Leider.

So geht die Wahrheit, die Wahrheit die geht so!

Ob Integration oder Arabellion, Nahost-Konflikt oder Islamisierung: Den weltfremden Lobliedern unserer Massenmedien steht eine hässliche Fratze namens Realität gegenüber. Kaum verwunderlich, dass sich Wut und Hass der Redakteure umso stärker an jedem entladen, der ihre ideologisch motivierten Fabelwelten enttarnt. Es ist das alte Spiel: es trifft die Überbringer der schlechten Nachricht. Und diese Nachricht lautet: Was Ihr, liebe überwiegend rotgrün-indoktrinierten Redakteure, Euch da in Euren auflagenstarken Zeitungen, vielgesehenen Nachrichtensendungen und millionenfach angeklickten Internetportalen zusammenreimt, hat mit der Realität so viel zu tun, wie Gauchogate mit Rassismus. Gar nix.

Was bleibt, ist die Gewissheit, dass Lug und Trug von solchem Ausmaß nicht langfristig erfolgreich sein werden. Also singen wir kleinlaut und gebückt: So gehen die Medien, die Medien die gehen so. Und erheben uns und brüllen es heraus: So geht die Wahrheit, die Wahrheit die geht so!