München: Am vergangenen Donnerstag wurde die Wanderausstellung „Die missbrauchte Religion – Islamisten in Deutschland“ eröffnet. Kernaussage: Islam und Islamismus sind streng voneinander zu trennen. Bei der Vorstellung der Ausstellung gab Innenstaatssekretär Gerhard Eck metropolico ein Interview zu Islam und Islamismus, der Gefahr von Attentaten mit chemischen Waffen oder schmutzigen Bomben und einem Ausreiseverbot für Dschihadisten.

Islam-Propaganda als Staatsauftrag: Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) (Bild: metropolico)
Islam-Propaganda als Staatsauftrag: Bayerns Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU) (Bild: metropolico)

Catrin Rieband ist beunruhigt. Fünfzig Prozent der Deutschen sehen den Islam mit der westlichen Gesellschaft als nicht vereinbar an. Da sieht die Ständige Vertreterin des Vizepräsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz die Behörden in der Pflicht. Den offenbar unbelehrbaren Deutschen soll mit einer staatlichen Ausstellung nahegebracht werden, was sie von einer Religion zu halten haben. Eine freiheitliche Gesellschaft und den Islam sollen die Bürger dieses Landes, nach Auffassung der von ihnen legitimierten Behörden, für vereinbar halten. „Deshalb ist es uns mit dieser Ausstellung ein besonderes Anliegen, den Islam als Weltreligion und seinen politisch motivierten Missbrauch in Form des entsprechenden islamischen Extremismus in einer Station dieser Ausstellung besonders deutlich zu machen“, stellt Rieband klar.

Viele Deutsche wollen nicht wie ihre Behörden

Bis zum 22. Juli kann man im Bayerischen Innenministerium noch die sechs Stationen der Ausstellung besuchen. Die ersten beiden Stationen sollen den Unterschied zwischen der „großen Weltreligion Islam“ und dem Islamismus verdeutlichen. Dabei werden sowohl die fünf Säulen des Islam als auch die Friedlichkeit der Mehrheit der Muslime in Deutschland dargestellt.

Alle negativen Aspekte des Islam werden innerhalb der Ausstellung dem Islamismus zugerechnet. Farblich abgehoben vom grün der Station 1 wird der Islamismus in gelb dargestellt. Vordenker wie Sayyid Qutb werden kurz vorgestellt. Deren Quellen wie Koran, Sunna und Sira werden keiner kritischen Betrachtung unterzogen.

Die weiteren Stationen, der sich insbesondere an junges Publikum richtenden Ausstellung, widmen sich den Ausprägungsgraden der als „extremistischer Islam“ dargestellten Bewegungen. Dabei unterscheidet das Bundesamt für Verfassungsschutz in legalistische Islamisten, die sich auch rechtsstaatliche Instrumente zunutze machen, um an Einfluss zu gewinnen und dem Islam zum Sieg zu verhelfen. Von diesen trennt der Inlandsgeheimdienst die gewaltorientierten und die dschihadistischen Islamisten ab.

Graue Wölfe nicht Teil der Ausstellung

Die sehr gut und zum Teil multimedial zusammengestellten Informationen sind auf jeden Fall einen Besuch in der Ausstellung wert. Das gilt auch, wenn die lediglich behauptete Trennlinie zwischen Islam und einem angeblichen Islamismus nicht argumentativ unterfüttert wird – was mangels Belegmasse nicht verwundert. Ein Versäumnis stellt etwa auch die Nichterwähnung der Grauen Wölfe dar. Diese sieht das Bundesamt für Verfassungsschutz gemäß seinem Jahresbericht 2013 (Seite 296) nicht als Teil der extremen islamischen Bewegungen an. Jedoch nehmen die Grauen Wölfe mehr als deutlichen Bezug auf den Islam bei der Ausgestaltung ihres Weltbildes.

Insgesamt bleibt trotz mancher Schwächen der Wanderausstellung zu hoffen, dass möglichst viele Interessierte, und insbesondere möglichst viele Schulklassen, in das Odeon des Bayerischen Innenministeriums finden und die Veranstaltung besuchen. Eine – zumal kostenlose – gute Heranführung an das Thema ist es allemal. Zumal die Ausstellung sachkundig betreut wird. Geeignet gilt die Ausstellung für Schüler ab der 9. Klasse. (Öffnungszeiten und Weiteres siehe unten.)

Um die Einhaltung der Trennlinie zwischen einem angeblich friedlichen Islam und einem bis ins Absurde als vom Islam losgelöst beschriebenen Islamismus ist auch Gerhard Eck bemüht. Der CSU-Politiker, der seit Jahrzehnten ein Landtagsmandat begleitet, betont auch immer wieder den Unterschied zwischen „der großen Religion Islam“ und Islamismus. Einen neuen Akzent setzte Eck allerdings beim Ausreiseverbot für Dschihadisten. Während Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sich vehement gegen ein Ausreiseverbot aussprach (metropolico berichtete), möchte Eck in Einzelfällen die Reise ins „Dschihad-Gebiet“ unterbinden. (CJ)

Hier das Interview mit dem Staatssekretär im Bayerischen Innenministerium, Gerhard Eck, zur Ausstellung, Islam und Islamismus, ISIS, der Gefahr von Anschlägen mit Chemiewaffen und sogenannten „schmutzigen“ Bomben und einem Ausreiseverbot von Dschihadisten:

Ausstellung „Die missbrauchte Religion – Islamisten in Deutschland“, im Odeon des Bayerischen Staatsministerium des Inneren, für Bau und Verkehr, Odeonsplatz 3. Geöffnet: Bis zum 22. Juli 2014 Montag bis Mittwoch (08:30 bis 16:30 Uhr), Donnerstag bis 17:30 Uhr und Freitag bis 13:00 Uhr. Schulklassen uns sonstige Gruppen erhalten nach Anmeldung eine Einführung in die Thematik (Tel.: 089/2192 – 2248). Weitere Bilder zur Aussstellung: „Die missbrauchte Religion – Islamisten in Deutschland“