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In Ägypten werden zunehmend Christinnen zwangsislamisiert – die Medien schweigen dazu (Bild: metropolico.org)

Seit 2011 haben ägyptische Muslime mehr als 500, meist christliche, Frauen entführt und zwangsislamisiert. Darüber wird in der Presse nicht berichtet.

Über die Verschleppung von mehr als 200 meist christlichen Schülerinnen in Nigeria durch die radikal-islamische Terrorgruppe Boko Haram (westliche Bildung ist Sünde) wurde quer durch alle Medien berichtet. Die Tatsache, dass es sich bei den Verschleppten mehrheitlich um christliche Mädchen und Frauen handelte, wurde meist verschwiegen. Die Mehrheit der Verschleppten gehören der protestantischen „Kirche der Brüder“ an.

Mehr als 550 zwangsislamisierte christliche Mädchen in Ägypten

Weithin unbeachtet und von den Medien nicht thematisiert bleibt die anhaltende Entführung von christlichen Frauen und Mädchen in Ägypten.

Wie die „Gesellschaft für die Opfer von Entführungen und Zwangsverschleppungen“ berichtet, haben dort von Januar 2011 bis Mitte 2014 Muslime mehr als 550 Christinnen in ihre Gewalt gebracht und sie gezwungen, ihre Peiniger zu heiraten. Nach islamischen Recht gelten sie somit als Musliminnen.

Laut eigenen Angaben sind die koptischen Christinnen vielfach Gewalt ausgesetzt. Etwa 40 Prozent der Mädchen und Frauen, die mehrheitlich im Alter zwischen 14 und 40 Jahren seien, würden vergewaltigt. Oft würden ihnen auch die tätowierten Kreuze, die sie als Christinnen identifizieren, mit Säure entfernt, so der katholische Nachrichtendienst kath.net. Es wird vermutet, dass ein organisiertes Netzwerk hinter den Taten steckt. Seit der „Arabischen Revolution“ vor drei Jahren mehren sich die Entführungsfälle. Vorher seien monatlich etwa fünf bis sechs Christinnen verschwunden; jetzt seien es durchschnittlich 15 christliche Mädchen.

Freiheitsstrafe für Grundschullehrerin

In Ägypten nehmen die Repressalien gegen Nicht-Muslime stetig zu. Eine christliche Grundschullehrerin wurde wegen angeblicher „Beleidigung des Islam“ zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Die koptisch-orthodoxe Lehrerin war von drei Grundschülern beschuldigt worden, im Unterricht den Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Nach Angaben der IGFM (Internationale Gemeinschaft für Menschenrechte) ist die Zahl der Anklagen und Prozesse wegen angeblicher Gotteslästerung in Ägypten sprunghaft gestiegen. Opfer seien häufig Angehörige religiöser Minderheiten, besonders Christen, so IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin (Frankfurt am Main).

Die meisten der 83 Millionen Ägypter sind Muslime. Die Kopten bilden die größte christliche Gemeinschaft des Nahen Ostens und die mit weitem Abstand größte religiöse Minderheit Ägyptens. Sie begreifen sich als die Ureinwohner Ägyptens. Seit der Eroberung Ägyptens im siebten Jahrhundert durch den muslimischen Feldherrn Amr-Ibn-Alas leiden sie unter einem erheblichen Druck, ihren Glauben und weite Teile ihrer Kultur, wie zum Beispiel ihre Sprache aufzugeben. Bis heute sind sie starker Unterdrückung und Diskriminierung ausgesetzt. (DB)