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Von der Leyens Attraktivitätsoffensive zeugt von Ahnungslosigkeit (Bild: metropolico.org)

Der frühere Generalinspekteur der Bundeswehr Harald Kujat hat die Pläne von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kritisiert, die Attraktivität der Streitkräfte zu steigern. Es gehe der Ministerin offenkundig um alles Mögliche, aber nicht um die Einsätze der Bundeswehr, sagte Kujat.

Viel mehr als mit einer Kindertagesstätte wäre der Familie eines Soldaten geholfen, wenn sie wüsste, dass alles für seine Sicherheit im Einsatz getan werde, so der Träger des Bundesverdienstkreuzes gegenüber der Süddeutschen Zeitung (SZ). Von der Leyen will in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro investieren, um die Bundeswehr „attraktiver“ machen.

Groteske Attraktivitätsoffensive

Der 72-jährige Ex-Generalinspekteur bezeichnet die „Attraktivitätsoffensive“ von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) als „grotesk“. Echte Laien seien da am Werk. Es zeige sich, dass von der Leyen „ganz offensichtlich keine Ahnung“ vom Militär habe, so Kujat laut dem Focus. Die Ministerin komme ihm vor, „wie eine gute Hausfrau, die ihre Kinder versorgt“.

Die Verteidigungsministerin solle sich lieber um die wirklichen wichtigen Dinge kümmern. Dazu zählen für den Ex-Generalinspekteur der Bundeswehr vernünftige Ausrüstung, die das Soldatenleben sicherer und damit attraktiver machen würden.

Kujat erteilt der Idee zur Schaffung von Teilzeitstellen in Führungspositionen eine klare Absage und fügte die Empfehlung hinzu, dass die Ministerin noch Wecker anschaffen solle, bei denen statt einem Klingeln nur Meeresrauschen und Vogelgezwitscher ertöne. Das sei für die Soldaten sicher nervenschonender als mit Pfeifen und Gebrüll zum morgendlichen Antreten bewegt zu werden.

Flat-Screen, Minikühlschrank und Kita

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will in den nächsten fünf Jahren 100 Millionen Euro investieren, um die Bundeswehr zu einem der attraktivsten Arbeitgeber Deutschlands zu machen. Am Freitag legte von der Leyen einen Katalog mit 29 Projekten vor. Darunter der Kauf von Flat-Screen-TV mit Wandhalter, Stehlampe mit Leseleuchte, Minikühlschrank und Garderobenspiegel. Der Ausbau der Kinderbetreuung und flexiblen Arbeitsstätten soll ebenfalls vorangetrieben werden.

Die Aufnahmekriterien indes will die Ministerin gelockert sehen. Die körperliche Fitness werde nicht mehr in so großem Ausmaß wie bisher über Karrieren bei der Bundeswehr entscheiden.

Der Bundeswehrverband spricht sich hingegen dafür aus, die Regelungen die seit 2010 den sogenannten Basis-Fitness-Test vorschreiben, wie bisher bestehen zu lassen. Die Zugangsvoraussetzungen bei der Bundeswehr sind zeitgemäß. Bei den Anforderungen werde bereits differenziert, sagte der Vorsitzende, Oberstleutnant André Wüstner gegenüber RP-Online. Mit Blick auf die Einsatzrealität sei aber auch klar, „dass wir keine weiteren Abstriche machen können“. (DB)