dfdf (Bild: metropolico.org)
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Zwei Wochen nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zum Recht auf Vergessenwerden im Internet hat Google mit der Umsetzung begonnen.

Ab sofort können Europäer beim Suchmaschinen-Riesen die Löschung von Links zu Informationen über sie beantragen. Der Konzern schaltete am Freitag ein Formular frei, mit dem Europäer die Entfernung unliebsamer Suchergebnisse beantragen können, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ).

Das Recht auf Vergessenwerden

Das Urteil des EuGH zwinge Google, die schwierige Entscheidungen zu treffen zwischen dem „Recht einer Einzelperson auf Vergessenwerden“ und dem Informationsrecht der Öffentlichkeit, erklärte ein Sprecher des US-Konzerns am Donnerstag.

Google betonte, dass man bei der Prüfung der Anträge untersuchen werde, ob ein öffentliches Interesse an den Informationen bestehe. Darunter könnten Informationen fallen wie finanzielle Betrugsfälle, Berufsvergehen oder Amtsmissbrauch, strafrechtliche Verurteilungen oder das öffentliche Verhalten von Regierungsbeamten.

Die Antragsteller müssen die Forderung zu jedem Link begründen und die Kopie eines Ausweises hochladen, um einen Missbrauch der Funktion zu vermeiden. Google werde jede Anfrage individuell prüfen. Google müsse dann die Verweise aus seiner Ergebnisliste entfernen, wenn dort enthaltene Informationen das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz einer Person verletzen. Die Informationen können dabei auch weiterhin im Netz verfügbar bleiben.

Zwar sind auch andere Suchmaschinenbetreiber wie Yahoo oder Microsoft von dem Urteil betroffen. Jedoch werden mehr als 90 Prozent der europäischen Suchanfragen über Googles Server angefragt. Lehnen die Suchmaschinenbetreiber die Entfernung der Suchergebnisse ab, können Betroffene die zuständigen Datenschutzbeauftragten einschalten oder klagen.

Google versucht „europäisch“ zu sein

Über die Dauer der Bearbeitung machte Google keine Angaben, bestätigte jedoch, dass bereits einige tausend Anfragen eingegangen seien, so ein Sprecher. Gelöscht werden nur Links in Google-Diensten in der EU sowie in Island, Norwegen, Liechtenstein und der Schweiz – nicht aber etwa in der Domain „Google.com“.

Man versuchen, europäischer zu sein, sagte Google-Chef Larry Page gegenüber der Financial Times. Der Konzern wolle die Datenschutz-Problematik stärker aus dem europäischen Blickwinkel betrachten. Page warnte jedoch vor negativen Folgen des EuGH-Urteils. Unter anderem könne es der nächsten Generation von Internet-Startups, also jungen Unternehmensgründungen, schaden. Jedoch sei Google ein großes Unternehmen und man habe auf solche Sorgen die entsprechenden Antworten. Das sei kein Problem für Google. (DB)