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Die Verurteilten, unter ihnen die im Iran geborene Britin, müssen zwischen sieben und 20 Jahre absitzen (Bild: metropolico.org)

Bis zu 20 Jahre Haft erwartet acht iranische Regierungsgegner wegen kritischer Facebook-Kommentare. Angeblich sollen die Urteile bereits vergangene Woche gefallen sein.

Ein Gericht in Teheran hat acht Facebook-Nutzer zu Haftstrafen zwischen sieben und 20 Jahren verurteilt. Die Anklage lautet auf Gotteslästerung, Propaganda gegen den iranischen Staat, Verbreitung von Lügen und Beleidigung des geistlichen Führers Ajatollah Ali Chamenei, schreibt das Schweizer Magazin 20min. Unter den Verurteilten befindet sich auch eine im Iran geborene Britin. Sie hatte in ihrem Facebookeintrag die iranische Regierung als zu kontrollierend und zu islamisch tituliert. Sie wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Islamische Diktatur und ihre Folgen

Erst kürzlich hatte die iranische Justiz angeordnet, den Messenger-Dienst WhatsApp zu sperren. Letzte Woche wurden sechs junge Iraner verhaftet, weil sie ein Video zum Lied «Happy» von Pharell Williams ins Internet gestellt hatten, in dem sie zur Musik tanzten.

Nach offiziellen Angaben waren alle Mitwirkenden wegen der Veröffentlichung dieses „vulgären Clips“ verhaftet und vernommen worden. Das Video verstoße gegen die „öffentliche Sittsamkeit“, meldete die Nachrichtenagentur Isna. In islamisch-konservativen Kreisen sorgte das Video für Entsetzen über den angeblichen Werteverfall in der iranischen Jugend. Die sechs Festgenommenen hätten ihre „kriminellen Taten“ gestanden. Nach iranischen Angaben sind fünf Mitglieder der Gruppe wieder auf freiem Fuß.

Der Widerstand wird stärker

Der Intoleranz des Islam und deren religiöse Hüter begegnen indes immer mehr Iraner mit Protesten. Kürzlich berichtete metropolico über die Aktion „Heimliche Freiheit“, eine Facebook-Aktion bei der hunderte Iranerinnen Fotos ohne das erniedrigende muslimische Kopftuch oder den Hidschab veröffentlichten. Ebenfalls mehren sich Berichte darüber, dass sich die iranische Jugend in großer Zahl vom Islam abwendet.

Wie metropolico darlegte, sollen laut der Menschenrechts-Organisation Open Doors, die sich weltweit für verfolgte Christen einsetzt, die Zahl der Christen im Iran von rund 300.000 inzwischen auf 460.000 angewachsen sein. Die Zahl der Atheisten sei ebenfalls stark angestiegen. Allerdings gebe es darüber kein verlässliches Zahlenmaterial, da im Iran für die Abkehr vom Islam die Todesstrafe verhängt wird. (DB)