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Giovanni di Lorenzo: „Ich habe zweimal gewählt“ (Bild: Screenshot ARD-Sendung „Günther Jauch; Rechte siehe Link)

Europawahl: Zeit-Chef Giovanni di Lorenzo ging zweimal wählen und beging somit eine Straftat.

Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo hat nach Paragraf 107 des Strafgesetzbuches Wahlbetrug begannen. In der öffentlich-rechtlich ausgestrahlten Sendung „Günter Jauch“ – thematisiert wurde die doppelte Staatsbürgerschaft – antwortet der Chefredakteur auf die Frage, wo er, da er neben der deutschen Staatsbürgerschaft auch die italienische besitzt, gewählt habe. Die Antwort des wortgewandten 53-Jährigen: „Zweimal – einmal gestern im italienischen Konsulat und einmal heute, in einer Hamburger Grundschule!“

Auf die verwunderte Frage von Jauch, ob er zweimal wählen dürfe, antwortete di Lorenzo jovial, er dürfe das, weil er zwei Pässe habe.

“Ins Gefängnis müssen sie deshalb nicht”

Nachdem Jauch di Lorenzo noch während der Sendung auf die mögliche Straftat hingewiesen hatte, verteidigt sich dieser, indem er witzelte: Ich wusste, dass es gefährlich ist, zu Ihnen in die Sendung zu kommen”. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), ebenfalls in der Runde geladen, sprach den Zeit-Journalisten für sein Verhalten an und meinte belustigt, dass die EU-Wahl nun angefochten werde. Schäuble schränkte ein: Ins Gefängnis müssen sie deshalb nicht”.

Peinlich für den sich sonst so erhaben gebenden di Lorenzo: Seine eigene Zeitung berichtete in der Onlineausgabe, dass die Möglichkeit, bei doppelter Staatsbürgerschaft auch doppelt wählen gehen zu können, eine Lücke im Wahlsystem sei und Doppelwähler eine Straftat begehen. Das Wahlgesetz weist, wie metropolico berichtete, auf ein einmaliges Stimmrecht hin. Als Schutz gegen solcher Art Wahlbetrug gab ausgerechnet die im Fall di Lorenzo betroffenen italienischen Botschaft an, dass jeder Wähler selbst die Verantwortung trage und man kein Mittel habe, solch einen Wahlbetrug zu unterbinden oder aufzudecken. Letztlich sei das Gewissen der Wähler der einzige Schutzmechanismus gegen die Doppelwahl.

Jauch verabschiedete sich schließlich aus der Sendung mit den Worten: Man ziehe die eine Stimme von di Lorenzos einfach ab. (DB)