Salafisten verschicken wahllos Droh-SMS an Berliner Bürger. Inhalt: Wer nicht zum Islam konvertiert, kommt in die Hölle.

Mönchengladbacher Salafisten beim Beten (Bild: Hemmelrath)
Mönchengladbacher Salafisten beim Beten (Bild: Hemmelrath)

Entweder Du konvertierst zum Islam oder Du kommst in die Hölle. Niemand ist der Anbetung würdig, außer Allah der Allmächtige“ – diese wenig nette, aber den Sichtweisen des Korans entsprechende SMS schockierte am Sonntag laut der BZ das Rentner-Ehepaar Gerda und Manfred W. (beide 74) aus Berlin-Lichtenrade. Die Kurz-Nachricht kam von einer unbekannten Nummer. Am Ende der Drohung wurde auf die Internet-Adresse des Vereins Haus des Qurans“ verwiesen. Offenbar werden solche Droh-SMS wahllos an Berliner Bürger verschickt, deren Handynummern im Telefonbuch zu finden sind.

Auf der Webseite des Haus des Qurans“ kann der Koran kostenlos bestellt oder heruntergeladen werden. Der Verein ist Bestandteil der Salafisten-Kampagne Lies!“, bei der kostenlose Exemplare des Korans deutschlandweit auf den Straßen verteilt werden. Ziel dieser Kampagne ist laut Verfassungsschutz die Rekrutierung von Anhängern, die den Islam als einzig wahre Religion anerkennen.

Fromme Muslime oder Jugendkultur?

Salafisten, von Peter Scholl-Latour als „fromme Muslime” bezeichnet, folgen dem Koran wortgenau und stellen damit die brutalste und gewalttätigste Strömung des Islam. Die Anschläge des 11. September 2001 in New York und Washington gehen ebenso auf ihr Konto wie die 2004 in Madrid und 2005 in London. In Deutschland sind die Salafisten zuletzt mit Angriffen auf die Polizei am 1. und 5. Mai 2012 in Solingen und Bonn sowie mit einem versuchten Bomben-Anschlag auf den Bonner Hauptbahnhof am 10. Dezember 2012 aufgefallen. Gegenwärtig ist eine nicht unbeträchtliche Anzahl deutscher Salafisten in Syrien aktiv, wo es gilt, Christen abzuschlachten und ein islamisches Kalifat herbeizubomben. Staatlich finanzierte Experten wie Claudia Dantschke hingegen verharmlosen die Salafisten als „Jugendkultur“, der in den Identitätsproblemen junger Menschen begründet und „weniger religiös ausgerichtet“ sei (metropolico berichtete).  (PH)