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Hamas: Die Anerkennung Israels ist ein „Witz“ (Bild: metropolico.org)

Die radikal-islamistische Hamas ist nun Teil der palästinensischen Einheitsregierung. Letzte Woche entschlossen sich die bislang verfeindeten Palästinenser-Organisationen Hamas und Fatah überraschend, eine gemeinsame Regierung zu bilden. Die Hamas werde aber Israels Existenzrecht nicht anerkennen.

Israel stoppte daraufhin alle Friedensverhandlungen. Und das mit gutem Grund. Die terroristische Hamas wird auch als Teil der palästinensischen Regierung das Existenzrecht Israels nicht akzeptieren.

Israels Regierung hatte am Donnerstag vergangener Woche bei einer Dringlichkeitssitzung des Sicherheitskabinett einstimmig beschlossen, die laufenden Verhandlungen mit den Palästinensern abzubrechen. Die Hamas sei eine „Terror-Organisation, die zur Zerstörung Israels“ aufrufe. Schon in den vergangenen Tagen hatte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas gewarnt, er müsse sich entscheiden: Frieden mit der Hamas oder mit Israel. Das Versöhnungsabkommen zwischen der Fatah von Palästinenserpräsident Abbas und der radikal-islamischen Hamas wurde nicht nur von Israel stark kritisiert. Die USA stellten daraufhin ihre Millionenhilfe für die Palästinenser auf den Prüfstand.

Ein führender Hamas-Stratege teilte mit, dass die Hamas auch im Regierungsverbund mit der Fatah das Existenzrecht Israels nicht anerkennen werde, so die Nachrichtenagentur Reuters. Vorab lies Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas verlauten, die Hamas sei als Teil seiner Regierung bereit, Israel anzuerkennen.

Die Anerkennung Israels ist ein „Witz“

Das stelle die Hamas nun richtig: Abbas liege hier mit seiner Aussage völlig falsch. Wie die Washington Post berichtet, drohte der Hamas-Sprecher Taher Nunu sogar, die Zeitung zu verklagen, da sie ihn als „viel versöhnlicher gegenüber Israel, als ich es jemals war“ dargestellt habe. Die Zeitung hatte Nunu im Zusammenhang mit einer Aussage von Abbas zitiert, wonach die Hamas alle bisherigen von den Palästinensern getroffenen Vereinbarungen einhalten und den jüdischen Staat anerkennen werde. „Wie ich in dieser amerikanischen Zeitung zitiert werde, ist eindeutig falsch und ich dementiere es hiermit unmissverständlich“, so Nunu. Die Frage danach, ob die Hamas Israels Existenzrecht anerkenne, betitelte Nunu als „Witz.“

2007 hatte die islamistische Hamas die Fatah aus dem Gaza-Streifen vertrieben. Seitdem herrscht die Hamas im Gaza-Streifen, die Fatah unter Mahmud Abbas im Westjordanland. Neben Israel betrachten auch die EU und die USA die Hamas als Terrororganisation.

Kerry: „Apartheid“ ist eine schlechte Wortwahl

Die Friedensverhandlungen waren zuletzt in eine schwere Krise geraten. Zuletzt hatte US-Außenminister John Kerry für Empörung gesorgt, indem er die Aussage tätigte, dass er der Ansicht sei die Juden würden ihre arabischen Landsleute nicht als „gleich“ anerkennen. So werde Israel zu einem Staat mit Bürgern zweiter Klasse. So zitierte das US-Magazin The Daily Beast Kerrys Äußerung. Kerry hat seine verkappte „Apartheidstaat“-Aussage zwischenzeitlich zurück genommen. „Apartheid“ sei eine schlechte Wortwahl gewesen, so Kerry laut Spiegel-Online. (DB)