(Bild: metropolico.org)
Eine weitere Bereicherung für die EU-Raum: Moldawien (Bild: metropolico.org)

Moldawier dürfen die EU- und Schengen-Staaten ab sofort visafrei besuchen. Das verarmte Land gilt als Hochburg von Korruption und organisierter Kriminalität in Europa.

Die Europäische Union hat in einem Eilverfahren die Visa-Pflicht für Moldawier bei der Einreise in den Schengen-Raum aufgehoben. Eine entsprechende Vereinbarung wurde von EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) und dem griechische Vizeaußenminister Dimitris Kourkoulas unterzeichnet. Griechenland hat gegenwärtig die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Lobhudelei aus Brüssel

Diese Entscheidung werde die Kontakte zwischen den Menschen erleichtern und die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Beziehungen zwischen der EU und der Republik Moldau stärken, so die lobenden Worte der EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström. Sie müsse die anhaltenden Bemühungen der moldauischen Behörden honorieren, die zeigen, dass mit Entschlossenheit und harter Arbeit die notwendigen Änderungen erreicht werden können, die es der EU erlauben, die Visumspflicht abzuschaffen, betonte die schwedische EU-Politikerin Malmström. Zugleich hob sie die Vorteile hervor, die es für Länder mit sich bringe, wenn diese mit der EU zusammenarbeiteten.

Malmström sprach im Herbst des vergangenen Jahres von teils „stark übertriebenen“ Bedenken beim Thema „Migration“. Das Wort „Sozialtourismus“, das in einigen EU-Staaten benutzt werde, akzeptiere die EU-Kommission nicht. Diese Einschätzung der EU-Beamtin dürfte für das veramte und hoch korrupte Moldawien ebenfalls zutreffen.

Bereits 2008 hatte die EU ein Visaerleichterungs-Abkommen mit Moldawien geschlossen. Beobachter führen die Entscheidung der Kommission auf die sich zuspitzende Lage in der Ukraine zurück, so die Junge Freiheit (JF). In der Republik hat sich die mehrheitlich von Russen bewohnte Region Transnistrien für unabhängig erklärt. Bis heute sind mehrere Tausend russische Soldaten in der Provinz stationiert. (DB)