Die Neusser CDU hat das „C“ in ihrem Parteien-Logo rechtzeitig zum NRW-Kommunalwahlkampf mit dem islamischen Halbmond versehen.

Nicht nur in der türkischen Flagge, sondern auch in der Wahlwerbung der CDU zu finden: der islamische Halbmond (Bild: metropolico.org)
Nicht nur auf der türkischen Flagge, sondern auch in der Wahlwerbung der CDU zu finden: der islamische Halbmond (Bild: metropolico.org)

Wahlen in Nordrhein-Westfalen sind seit Jahren damit verbunden, dass sich die etablierten Parteien mit türkischstämmigen Kandidaten gegenseitig zu übertreffen versuchen, um möglichst viele muslimische Wählerstimmen zu bekommen. Auch die Kommunalwahl am 25. Mai macht da keine Ausnahme. Oftmals konkurrieren auch türkischstämmige Kandidaten gegeneinander, wie in einem Neusser Wahlkreis, in dem der türkischstämmige Christdemokrat Yasar Calik gegen Hakan Temel von der SPD antritt. Ein Vorgang, den der Neusser SPD-Chef Benno Jakubassa gelassen sieht: „Ich bin fest davon überzeugt, dass die CDU sich keinen Gefallen damit tut, gegen unseren beliebten Wahlkreiskandidaten Hakan Temel einen eigenen Türken aufzustellen“, so Jakubassa gegenüber dem Neusser Stadt-Kurier.

„Neuss wird muslimischer“

Aber die CDU geht bei ihrer Anbiederung an muslimische Wähler noch ein Stück weiter als die SPD: Unter der Überschrift „Neuss wird muslimischer“ berichtete der Stadt-Kurier am Ostersonntag, dass am Gründonnerstag aus dem Wahlkampf-Büro der Neusser CDU Stofftaschen verschenkt wurden, auf denen das für „Christlich“ stehende „C“ von CDU mit dem islamischen Halbmond versehen wurde. Auf der Facebook-Seite der Jungen Union (JU) in Neuss wurde bereits am 6. April ein Foto veröffentlicht, das Yasar Calik und andere Vertreter der Neusser CDU mit den Stofftaschen zeigt. Vorgänge, die im Internet bereits zu heftigen Protesten geführt haben.

Halbmond als Symbol der Eroberung christlicher Kirchen

Der sichelförmige islamische Halbmond (Hilal) war ursprünglich das Symbol des osmanischen Kalifats. Nachdem Alp Arslan 1064 Ani, das heutige Kars, erobert hatte, wurde die örtliche Kathedrale in eine Moschee umfunktioniert. Dabei wurde das christliche Kreuz von der Kathedrale entfernt und durch den Halbmond ersetzt. Ein Vorgang, der sich in der arabischen Welt bis heute unzählige Male wiederholt hat: Wenn islamische Kämpfer eine christliche Kirche in ihren Besitz nehmen, wird deren Kreuz sofort durch den Hilal ersetzt. Während der vergangenen zwei Jahrhunderte fand der Hilal ferner Einzug in der Heraldik (Wappenkunst) vieler islamischer Staaten, beispielsweise der Malediven, Pakistans, Algeriens, der Türkei, Tunesiens und Libyens. Auch ziert er die Flagge des zum Internationalen Roten Kreuz gehörenden Roten Halbmonds. Heute gilt der Hilal als Erkennungszeichen des Islam. (PH)

Der Artikel wurde am 21.04. um 16 Uhr 37 geändert. Die Feststellung, das CDU-Logo mit dem islamischen Halbmond wäre auch auf den Wahlplakaten von Yasar Calik zu sehen, war unzutreffend. Der Autor bittet diesen Fehler zu entschuldigen. Unterdessen hat die Junge Union in Neuss – vermutlich als Reaktion auf die Berichterstattung von metropolico – ihren im Artikel erwähnten FB-Eintrag vom 6. April gelöscht. Auch das ursprünglich auf der FB-Seite von Yasar Calik veröffentlichte Foto mit den betreffenden Stofftaschen der Neusser CDU wurde wieder aus dem Netz genommen.

Erneute Aktualisierung vom 21.04, 21 Uhr 04: Die Neusser CDU hat die Wahlwerbung mit dem islamischen Halbmond nach heftigen Protesten wieder zurückgezogen. Mehr dazu in dem Beitrag „Neusser CDU zieht Islam-Logo zurück“.