Der bekannte Salafisten-Prediger Sven Lau sitzt wegen des Verdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat in Untersuchungshaft. Am Freitag teilte sein Anwalt mit, dass Lau bereits drei Mitgefangene davon überzeugt habe, zum Islam zu konvertieren.

Sven Lau (Mitte) 2010 mit anderen Salafisten in Mönchengladbach (Bild: Hemmelrath)
Sven Lau (Mitte) 2010 mit anderen Salafisten in Mönchengladbach (Bild: Hemmelrath)

Der Salafisten-Prediger Sven Lau wurde am 24. Februar in seiner Heimatstadt Mönchengladbach wegen seiner Verstrickungen in den syrischen Bürgerkrieg verhaftet. Die Verhaftung löste in Mönchengladbach, wo Lau seitens der örtlichen Behörden faktisch eine Form der „Narrenfreiheit“ genossen hatte, große Erleichterung aus (metropolico berichtete). Seitdem sitzt er in der JVA Mannheim in Untersuchungshaft.

Laus Strafverteidiger ist Mutlu Günal, der wohl bekannteste Anwalt in der deutschen Islamisten-Szene. Gegenüber der Tageszeitung DIE WELT sagte Günal im März 2009, er habe sich bis etwa 1990 mit dem deutschen „Fußball-Patriotismus“ identifizieren können, doch dann hätten ihm Ereignisse wie die Brandanschläge von Rostock, Mölln und Solingen oder auch die Unterschriften-Kampagne des CDU-Politikers Roland Koch 1999 gegen die doppelte Staatsbürgerschaft weitere Bekenntnisse zur deutschen Nation unmöglich gemacht. Heute bezeichne er sich als Türke und jubele „im roten Trikot“ über die Siege der türkischen Elf.

Mit „Erlaubnis Allahs“ bereits drei Konvertierungen

Auf Nachfrage der Salafisten-Seite DAWA-NEWS erklärte Günal am Freitag, dass „Abu Adam“ alias Sven Lau die Haft „mit Stolz und Würde ertrage“ und es ihm gut gehe. Eine bemerkenswerte Aussage, denn als Lau im Sommer 2011 in Mönchengladbach lediglich eine einzige Nacht wegen des Verdachts, die eigene Moschee angezündet zu haben, um die Tat sogenannten Muslim-Hassern in die Schuhe zu schieben, in Untersuchungshaft verbringen musste, beschwerte er sich gleich am nächsten Tag in einem Internet-Video lautstark darüber, dass ihm zum Essen Käse mit winzigen Schinken-Stückchen serviert wurde.

Jetzt jedoch nutze er die Zeit im Gefängnis, um den Koran weiter zu studieren. Seine Haftzeit betrachte er als „Prüfung Gottes“. Auch berichtete Günal darüber, dass sich viele muslimische und auch nicht-muslimische Insassen der JVA Mannheim an Sven Lau gewandt hätten, um sich den Islam und das Gebet „erklären zu lassen“. Mit der „Erlaubnis Allahs“ seien nach Gesprächen mit Sven Lau bereits drei christliche Gefangene zum Islam konvertiert. Eine Darstellung, die DAWA-NEWS mit den Worten „alhamdulillah, Allahu Akbar!“ kommentierte.

Günal: Lau wollte nur Medikamente und Nahrungsmittel beschaffen

Sven Lau hatte sich in Internet-Videos damit gebrüstet, ausrangierte Rettungsfahrzeuge nach Syrien zu schaffen. Nach Recherchen von Journalisten werden Rettungsfahrzeuge im syrischen Bürgerkrieg von Salafisten für Munitionstransporte und Terror-Anschläge gegen reguläre syrische Soldaten benutzt. Auch wirft ihm die Stuttgarter Staatsanwaltschaft vor, andere Muslime als Jihadisten angeworben zu haben.

Mutlu Günal bezeichnete die Vorwürfe als „unzutreffend“ und verwies gegenüber DAWA-NEWS darauf, dass auch das Stuttgarter Landgericht den Vorwurf der Anwerbung mittlerweile nicht mehr für gegeben halte. Auch seien die 6.000 Euro, die Lau laut des Haftbefehls der Terror-Organisation „Muhajirun Halab“ zukommen lassen wollte, in Wahrheit dafür gedacht gewesen, Nahrungsmittel und Medikamente für das Zentralkrankenhaus in Aleppo zu beschaffen, so Günal weiter. (PH)