Mit einer bundesweiten Durchsuchungsaktion sind Sicherheitsbehörden am Montag gegen islamistische Syrien-Rückkehrer und deren Unterstützer-Szene vorgegangen. Es gab drei Festnahmen.

Die Polizei schlug am Montag zu (Bild: metropolico.org)
Die Polizei schlug am Montag zu (Bild: metropolico.org)

Im Rahmen des großangelegten Einsatzes wurden am Montag insgesamt zehn Wohnungen in Berlin, Bonn und Frankfurt am Main durchsucht. Unter der Leitung von Vertretern der Bundesanwaltschaft waren an dem Einsatz über 100 Beamte der GSG 9, des Bundeskriminalamts und mehrerer Landespolizeibehörden beteiligt. Der 35-jährige deutsche Staatsangehörige Fatih K. wurde in Berlin, der 26-jährige türkische Staatsangehörige Fatih I. in Frankfurt und die 27-jährige deutsche und polnische Staatsangehörige Karolina R. in Bonn festgenommen.

Fatih K. wird verdächtigt, sich 2013 als Mitglied der in Syrien agierenden terroristischen Vereinigungen „Junud Al-Sham“ und „Islamischer Staat im Irak und Großsyrien“ (IStIGS) an den dortigen Kämpfen beteiligt zu haben. Ferner soll er an der Herstellung von Propagandamaterial mitgewirkt haben. Fatih I. wird vorgeworfen, sich im September 2013 in Syrien dem IStIGS angeschlossen zu haben. Nach seiner Wiedereinreise nach Deutschland im Januar 2014 soll er damit befasst gewesen sein, Sach- und Geldmittel für die IStIGS zu beschaffen. Karolina R. wird verdächtigt, die IStIGS durch vier Geldzahlungen in Höhe von insgesamt fast 4.800 Euro unterstützt zu haben. Die Festgenommenen sollen noch am Montag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihnen die Haftbefehle eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird.

„Die heutigen Maßnahmen zeigen, dass gewaltsame Konflikte wie der in Syrien sich unmittelbar auf uns in Deutschland auswirken. Wir müssen dieser Entwicklung auch mit den Mitteln des Strafrechts entschieden entgegentreten auch mit Blick auf mögliche Gefahren, die von radikalisierten Rückkehrern aus Syrien für die Bevölkerung in Deutschland ausgehen können“, so Generalbundesanwalt Harald Range in einer Presse-Mitteilung der Bundesanwaltschaft. (PH)