Abrechnung die I.? Wie wird die Europawahl dann aussehen?  (Bild: metropolico.org)
Abrechnung die I.? Wie wird die Europawahl dann aussehen? (Bild: metropolico.org)

Auch bei der zweiten Runde der französischen Kommunalwahlen erlitten die Sozialisten um ihren Präsidenten Francois Hollande eine herbe Niederlage. Marine Le Pen und der Front National (FN) konnten einen Rekordsieg verbuchten. Stärkste Kraft wurde die konservative UMP. Eine Regierungsumbildung ist wahrscheinlich.

Nach den zweiten Kommunalwahlen in Frankreich am Wochenende steht den Franzosen eine Regierungsumbildung ins Haus. Marc Ayrault, Hollandes sozialistischer Regierungschef, erklärte in der vergangenen Nacht laut dem Nachrichtendienst Reuters, dass die Abstimmung eine Niederlage für seine Regierung sei und er seinen Teil der Verantwortung tragen werde. Man geht davon aus, dass Präsident Francois Hollande eine Auswechslung des erfolglosen Ayrault vornehmen wird. Dies werde von vielen französischen Medien erwartetet.

Als möglicher Nachfolger des Premierminister wird der in Barcelona geborene und erst seit 1982 mit französischer Staatsbürgerschaft versehene Innenminister Manuel Valls genannt. Der sozialistische Finanzminister Pierre Moscovici erklärte laut Reuters mit dem Verweis auf zuvor getroffene Steuererhöhungen und Rentenreformen, man könne und werde nicht taub bleiben gegenüber der Botschaft, die die Franzosen geschickt haben. Die Wahlbeteiligung war mit 38,5 Prozent so gering wie noch nie und bringt wohl die Verdrossenheit der Franzosen zum Ausdruck.

In 150 französischen Städten übernahm die konservative UMP die Regierungsmacht von den Sozialisten. Ihr Chef Jean-François Copé sprach von einem Strafvotum gegen die Politik des sozialistischen Präsidenten Hollande.

Die Front National von Marine Le Pen stellt künftig erstmals in elf Städten den Bürgermeister. Dabei verbuchten diese sowohl im Süden Frankreichs Zuwächse, wo es besonders viele Einwanderer aus dem Magreb gibt, sondern auch im Norden und Osten Frankreichs, die mit einer extrem hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen haben. Die FN sei nun die dritte große politische Kraft Frankreichs, so Le Pen. (DB)